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Fremder bei der UN



Begegnung des FREMDEN mit Chruschtschow
Aus: "UN" Nr. 58, Juni 1961



Fremder

bei den Vereinten Nationen

 

Der nachfolgende Bericht aus der Zeitschrift "Geistiges Leben", F. Schmidt, Cleveland, Ohio, ist zwar bereits älteren Datums, sein Inhalt ist jedoch außergewöhnlich.

Von einem Leser der oben genannten Zeitschrift wurde dem Schriftleiter über eine Radio-Mitteilung geschrieben mit der Bitte, sie zu veröffentlichen, um herauszufinden, ob noch andere Leser diese Mitteilung ebenfalls zufällig hörten und sie sonst bestätigen könnten, damit festgestellt werden kann, worum es sich dabei eigentlich handelte, - ob um eine von irgendeinem Kommentator aufgemachte Geschichte oder um ein wirkliches Vorkommnis, wobei auch noch nicht feststeht, ob dabei nicht irgendein Phantast die Hand im Spiele hatte, nachdem er sich unerkannt Zutritt zu der Stelle verschafft hatte, in der sich der Vorfall abgespielt haben soll.

Bad Salzuflen, im August 2003

1.0 Bericht des Schriftleiters F. Schmidt

"Die Zuschrift des Lesers aus Mittelkalifornien erreichte uns 1950 und lautet sinngemäß:

'Lieber Herr Schmidt, meine Frau und ich sind noch immer höchst verwundert über eine Radio-Meldung über die Station KHJ, die wir zufällig am Weihnachtsabend gegen 8.00 Uhr hörten. Wir hatten das Radio angestellt gelassen, weil wir hofften, noch mehr Weihnachtslieder zu hören. Statt dessen meldete sich aber auf einmal eine Stimme, die berichtete über eine ganz bestimmte Sitzung der Vereinten Nationen in Lake Success, N. Y. Es schien dieser Bericht keine direkte Neuigkeitsberichterstattung zu sein, sondern eine unterhaltende Meldung, die in das gerade vor sich gehende Radioprogramm eingefügt worden war.

Der Radiosprecher berichtete: In einer bestimmten Sitzung der Vereinten Nationen wurde im Sitzungssaal plötzlich ein Mann bemerkt, der einen dunklen Anzug trug und dessen Hände aussahen wie die eines Arbeiters, Handwerkers oder Farmers. Niemand hatte den Mann in den Saal kommen sehen. Er war auf einmal einfach da, was jeden verwunderte, da die Eingänge zu den Sitzungen durch Polizei gewöhnlich scharf bewacht werden. Die Delegierten schienen sich jedoch mit dem Vorhandensein dieses Mannes einfach abgefunden zu haben. Es herrschte unter ihnen gerade eine gewisse zufriedene, friedliche Stimmung, so daß sich der unbekannte Mann selbst dem russischen Delegierten Wischinsky nähern konnte. Man hörte:

'Die Axt ist bereits an die Wurzel des Baumes für die Gültigen gelegt.'

Delegierter Wischinsky ging in gutmütiger Stimmung auf die Anrede ein und fragte den Fremdling:

'Meinen Sie damit Rußland?'

Wozu der fremde Mann nickte. Der Radiosprecher berichtete weiter, daß der fremde Mann auch noch zu andern Delegierten redete, doch daß man das nicht von der Stelle aus hörte, wo der Mann sich befand, der dann über den Vorfall an den berichtete, der das Vorkommnis über das Radio bekanntgab. So viel ließ sich noch hören, daß der fremde Eindringling in das Sitzungszimmer zu den Delegierten sagte:

'Warum verwandelt ihr eure Pflüge wieder in Schwerter?'

Derjenige, der das alles hörte, wollte nun schnell zu dem unbekannten Fremdling hin, doch ehe ihm dieses gelang, war der unbekannte Gast schon spurlos verschwunden. Auch draußen vor dem Gebäude ließ sich keine Spur mehr von ihm entdecken. Er war und blieb verschwunden. Vielleicht hat noch irgendein Leser des 'Geistigen Lebens' hier in Kalifornien diesen Radio-Bericht zufällig mit angehört und kann seine Auffassung darüber mitteilen.'

Die merkwürdige Radio-Meldung am Weihnachtstage über ein Vorkommnis in den Vereinten Nationen, worüber das 'Geistige Leben' in der infolge von Streiks verspätet zugestellten Februar-Ausgabe berichtete, ist auch noch von anderen Lesern gehört worden. Hier eine Meldung aus Arcadia, Kalifornien:

'Sehr verehrter Herr Schmidt, in Ihrer Februar-Ausgabe bitten Sie um Mitteilung bezüglich einer Radio-Sendung der Station KHJ. Ich selbst hörte die Meldung nicht, besuchte jedoch im Laufe des Januars einen Vortragsabend in Los Angeles, bei dem die Rednerin den Vorfall genau so erwähnte, wie Sie ihn im 'Geistigen Leben' berichteten. An diesem Vorkommnis ist meiner Ansicht nach bestimmt etwas Wahres daran. Doch warum verschweigen die Zeitungen dieses Vorkommnis vollkommen?'

Eine andere Zuschrift aus Los Angeles:

'Liebe Geistige Geschwister, wir hatten am Weihnachtsabend genau das gleiche über das Radio gehört, was Sie in der Februarausgabe beschrieben. Wir wollten Weihnachtslieder hören und hatten deswegen das Radio angestellt. Die Nachricht und Stimme hörte sich so an, als ob der liebe Gott selbst spräche und seine letzte Warnung geben wolle.'

Nachstehender Bericht kam aus New Jersey:

'Lieber Herr Schmidt, die merkwürdige Radiomeldung über einen geheimnisvollen Besucher bei den Vereinten Nationen habe ich selbst mit angehört, hier in New Jersey. Es war am Weihnachtsabend. Mein Mann und ich saßen im Wohnzimmer und hörten Weihnachtsliedern zu. Ohne besonderen Grund fragte ich meinen Mann: 'Was ist das eigentlich für eine Station?' 'Ich glaube, es ist WOR', antwortete mein Mann.

Plötzlich, um 7:37 Uhr, hörten wir eine tiefe melodische Stimme in einem Ton, der den Hörer vor die Wahl stellen sollte, ob er das nun Nachfolgende glauben wolle oder nicht. Die Stimme hatte eine Vibration, die mich faszinierte. Leider hatte ich keinen Bleistift zur Hand. Die Stimme des Ansagers berichtete nun von einer Sitzung der Vereinten Nationen - 'important conference'.

Als sich die Delegierten um den großen Sitzungstisch versammelt hatten, wurde plötzlich ein FREMDER im Sitzungssaal wahrgenommen. Jeder war erstaunt, wie ein FREMDER durch die streng bewachten Türen hatte eindringen können. Man fand sich im Sitzungssaal aber schließlich mit der Anwesenheit des FREMDEN ab. Die Stimmung war gerade eine friedliche zwischen den Delegierten. Es fand eine Diskussion über die Weltlage statt. Der FREMDE ließ die Delegierten ruhig sprechen und hörte nur zu. Als alle Delegierten gesprochen hatten, mischte sich der FREMDE ein, dem man merkwürdigerweise auch ruhig zuhörte. Dieser Besucher sprach zu jedem Delegierten. Zu dem russischen Delegierten Wischinsky bemerkte er:

'Die Axt ist bereits an die Wurzel des Baumes gelegt!'

Wischinsky ging gutmütig lächelnd auf diese Bemerkung ein und fragte halb spöttisch zurück:

'Meinen Sie, an die Wurzel Sowjet-Rußlands?'

Der FREMDE bejahte durch Kopfnicken. Darauf sah dieser jeden Delegierten einzeln an und erklärte:

'Ich finde auch nicht einen einzigen Gerechten unter euch allen.'

Der Besucher trug ein Kostüm, wie es im Altertum im Orient üblich war. Außerdem trug er Sandalen. Jemand wollte sich nun der Gestalt nähern. Doch plötzlich war sie spurlos verschwunden. Man fragte die Wache an den Türen, ob man jemanden habe durch die Tür gehen sehen. Alle verneinten.'

Eine Leserin in Milwaukee war der ganzen Sache noch gründlicher nachgegangen. Sie hatte ein Exemplar der Februar-Ausgabe des 'Geistigen Lebens' an eine bestimmte Mission geschickt, die Verbindung mit den Vereinten Nationen besitzt. Darauf ging ihr folgende Antwort zu:

'Sehr geehrte Frau... , wir danken Ihnen für Ihren Brief vom 5. Februar mit der beigelegten Nummer des deutschsprachigen Magazins 'Geistiges Leben'. Da der Herr, dem solche Sachen unterstehen, zur Zeit in Indien ist, so nehme ich mir die Freiheit, Ihnen zu antworten. Ich rief, nachdem ich den Artikel in dem Magazin gelesen hatte, sofort die Vereinten Nationen telefonisch an und bat, über den Vorfall Recherchen anzustellen. Die Antwort lautete, daß die Wachen an den Türen zum Versammlungs-Saal glauben, daß der Mann, auf den im Radio verwiesen wurde, jemand gewesen sein müsse, der sich in den Sitzungssaal einfach eingeschlichen hatte. Das wird oft von solchen versucht, die irgendeinen Delegierten persönlich sprechen wollen: Der Mann, auf den hier Bezug genommen wird, ist einfach aus dem Saal verwiesen und dann gehen gelassen worden! Gemäß den Angaben der Wachen war an dem ganzen Vorfall nichts Geheimnisvolles.

Ergebenst F. J. R., technischer Ratgeber



Aus "UFO-Nachrichten" Nr. 10, Juli 1957

2.0 FREMDER besucht wieder die Vereinten Nationen

Der nachfolgende Artikel ist dem "Parade-Magazin" vom 25. Dezember 1960 entnommen, einer Sonntagsbeilage, die in zahllosen Tageszeitungen in den USA erscheint.

"Während der kürzlichen Zusammenkunft der obersten politischen Führer der Welt bei den "Vereinten Nationen", wurde berichtet, daß ein eindrucksvoller FREMDER, von dem man annahm, er sei der Sprecher für irgendeine Friedensgruppe, in die Wandelhalle der Delegierten geschlüpft sei und allen, die ihm zuhören wollten, Frieden predigte. Der Washingtoner Korrespondent von "Parade", Jack Anderson, hatte diesen Vorfall in eine Weihnachtsgeschichte eingebaut, deren Botschaft so alt ist wie das Weihnachtsgeschehen, das wir alljährlich feierlich begehen, und so neu wie die heutigen Zeitungsüberschriften.

Die Wandelhalle der Delegierten in den Räumen der UN war wie elektrisiert von gespannter Besorgnis. Die Abrüstungsdebatte an diesem Morgen war stürmisch gewesen. Das Verhalten des Russen (Chruschtschow) hatte die versammelten Staatsmänner erschreckt und schockiert. Sogar Hitler und Mussolini in ihren schlimmsten Zeiten hatten mit ihren Bajonetten nicht derartig gerasselt, wie dieser Mann mit seinen Raketen. Mit fuchtelnden Händen und schreiender Stimme hatte er einen neuen Tiefstand brutaler Diplomatie gezeigt. Wieder einmal hatte die Welt den bekannten Ruf gehört: 'Macht geht vor Recht!' Oben im Presseraum trugen klappernde Schreibmaschinen und Fernschreiber seine Botschaft der Gewalt und Angst zu allen Ländern des Erdballs. In der hohen geräumigen Wandelhalle der Delegierten, die auf den East River hinausging, drängten sich die Diplomaten in Gruppen zusammen und besprachen das Unheilvolle seines Verhaltens. Aus seiner Schwülstigkeit und Angriffslustigkeit war die offensichtliche Warnung gekommen: "Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns." So entschieden sich die Nationen für diese Seiten, einige aus Angst, einige aus Ärger und andere aus Unkenntnis.

In diesem Augenblick trat der FREMDE ein. Einige Minuten blieb er unbeachtet mit Ausnahme eines aufmerksamen Aufsichtsbeamten, dessen Blick angezogen wurde von etwas, das ein trügerisches Licht von dem großen Wandfenster sein konnte, das jetzt in der Wintersonne glänzte. Der FREMDE schien einen Glanz um sich zu haben, aber der Wächter hatte das eigentümliche Gefühl, daß er einen anderen Ursprung hatte als das glitzernde Sonnenlicht. Der FREMDE war groß, hielt sich sehr aufrecht, würdig, ohne steif oder hochmütig zu erscheinen. Er war einfach gekleidet, er trug einen nicht teuren aber tadellosen Straßenanzug. Sein Kopf jedoch war es, der am meisten auffiel. Er hatte dichtes, kastanienbraunes Haar, in der Mitte gescheitelt, das in Wellen bis auf seine Schultern fiel. Dazu paßte ein kurzer gespaltener Bart. Seine Haut war sonnengebräunt. Seine blauen Augen hatten einen durchdringenden, gebieterischen und doch merkwürdig sanften Blick.

Der Kontrollbeamte vom Dienst war daran gewöhnt, Menschen aller Beschreibungen zu sehen, wie sie aus aller Herren Länder versammelt waren. Er hielt den FREMDEN für den Vertreter irgendeiner Friedensorganisation, vielleicht war er ein bißchen verdreht, aber harmlos. Diskret schob er sich an ihn heran, um sein Beglaubigungsschreiben zu prüfen.

Der FREMDE hatte sich zu einer Gruppe Asiaten gesellt und mischte sich in ihre Unterhaltung. Seine Stimme war tief, beinahe melodisch und doch irgendwie durchdringend. Zu seinem größten Erstaunen merkte der Wächter, daß er jedes Wort, das gesprochen wurde, verstehen konnte. Es war genauso wie die Sofortübersetzungen während der UN-Debatten, aber ohne Kopfhörer.

'Bevor es Frieden auf Erden geben kann', sagte der FREMDE, 'muß es guten Willen unter den Menschen geben. Die LIEBE, die in einem einzelnen Herzen brennt, gibt eine Glut von sich. Die Glut aus vielen Herzen könnte solch ein helles LICHT hervorbringen, daß es alle DUNKELHEIT aus der Welt verbannen würde.'

Von einer Gruppe zur anderen schritt der FREMDE und verbreitete seine Botschaft. Der von Ehrfurcht ergriffene Aufsichtsbeamte vom Dienst folgte ihm, angezogen von der 'magnetischen' Persönlichkeit und dem Sprachenwunder. Andere schienen es auch zu merken, daß die Worte des FREMDEN von Menschen verschiedener Zunge verstanden wurden. Aber sie schüttelten den Gedanken ab, als ob sie ihren Ohren nicht trauten. Während er so plädierte, begegnete er einigem Zynismus, aber er verlor nie die Geduld. Die meiste Zeit war sein Gesicht ernst, sogar etwas traurig. Aber, wenn er lächelte, war es ein unendlich liebreiches Lächeln.

Dann stürmte der Russe in die Wandelhalle, umgeben von seinem Gefolge, behende, wie ein wilder Bär. Sofort bildete er den Hauptanziehungspunkt. Sogar diejenigen, die ihn haßten und fürchteten, kamen näher heran, um zu hören, was er vielleicht sagen würde. Er durchquerte die Wandelhalle, riß Witze, klopfte Leuten auf den Rücken und schüttelte Hände. Dann hielt er Hof. Die Diplomaten drängten sich um ihn herum, und alle hingen an seinen Worten. Plötzlich, wie auf Signal, teilte sich die Menge und der Russe stand dem FREMDEN von Angesicht zu Angesicht gegenüber.

'Wohlwollen' schrie der Russe, 'das ist eine Phrase zum Einschläfern. Aber wir schlafen nicht. Die Kannibalen wollen uns entwaffnen, damit sie uns in ihre Kessel stecken können. Nur unsere militärische Macht hindert sie, uns zu vernichten und zu verschlingen. Wir können die Errungenschaften des Kommunismus nicht mit Wohlwollen verteidigen.'

'Sie haben eine große Militärmacht aufgebaut", gab der FREMDE zu. 'Das haben auch andere Nationen getan, die jetzt im Staube der Geschichte liegen. Von viel längerer Dauer ist eine große geistige Kraft. Ohne eine solche ist eine militärische Nation ein wildes Tier ohne Gewissen, das seine Begierden nicht beherrschen kann.' Der FREMDE lächelte. 'Wer', fragte er, 'profitiert aus einem Kampf zwischen Wölfen? Welcher der gebissenen Wölfe ist besser dran mit seinen Wunden? Solange Nationen Gewalt mit Gewalt begegnen, regiert Todesangst und nicht LIEBE die Welt. Haß erzeugt Haß, Gewalt fordert Gewalt heraus, ein Krieg sät den Samen für den nächsten. Wer soll diesen furchtbaren Kreislauf durchbrechen?'

'Sie reden von Frieden', sagte der Russe. 'Wir wollen den Frieden. Wir sind gegen den Krieg. Wir leben auf demselben Planeten wie die kapitalistischen Länder. Das einzige, was wir verlangen, ist Koexistenz. Die Menschen heiraten nicht immer aus Liebe, und doch leben sie ihr Leben in vernünftiger Harmonie zusammen aus.'

"Diejenigen, die aus den menschlichen Beziehungen untereinander die LIEBE ausschalten, werden keinen Frieden finden", warnte der FREMDE sanft. "Sie haben Ihre Herrschaft ausgedehnt ohne die Zustimmung der Beherrschten. Gewalt und Angst mögen die Menschen Ihnen gehorchen lassen. Sie werden aber nicht sie lieben lassen. Und doch kann die Macht der LIEBE die Welt entwaffnen."

Der Russe schnaubte wie ein wilder Bär. 'Die Kapitalisten lieben ihre Mitmenschen nicht', sagte er. 'Sie haben das Paradies für die Reichen geschaffen und eine Hölle für die Armen. Millionäre reden über ihren Glauben an Gott, aber sie rauben das Volk weiter aus. Das ist das Reich des Dollars.'

'Der Mensch ist nicht vollkommen', stimmte der FREMDE zu. 'Viele, die mit ihren Lippen beten, beten nicht mit dem Herzen an. LIEBE ist eine zarte Pflanze. Durch die Jahrhunderte ist sie gewachsen und hat geblüht und ist wieder vergangen. Sie hat viele Wurzeln - Aufrichtigkeit, Mitleid, Demut, Sanftmut - und sie alle gedeihen am besten in der Freiheit. Warum sind Sie so alarmiert über das einfache Wort LIEBE? Ein Mensch liebt darum seinen Nachbarn nicht weniger, weil er sein Land liebt. Er liebt sein Land nicht weniger darum, weil er die ganze Menschheit liebt. Aber ohne Freiheit kann wahre LIEBE nicht am Leben bleiben.'

Der Russe blickte finster und knurrte dann: 'Genug von diesen Märchen über Freiheit. Die Kapitalisten rühmen sich ihrer freien Welt. Frei wovon? Die Arbeitslosen sind frei von Arbeit. Die Armen sind frei von Geld. In den kommunistischen Ländern bauen wir wahre Freiheit auf - Freiheit von Arbeitslosigkeit, von Hunger, von Ausbeutung. Die Kapitalisten sagen. 'Vertraue auf Gott, liebe deinen Nächsten, dann kommst du ins Paradies, wenn du stirbst.' Wir Kommunisten vertrauen auf unsere Arbeit. Wir wollen ein Paradies schaffen in diesem Leben, nicht im zukünftigen.'

Der FREMDE seufzte. 'Ohne Geistesfreiheit hat das Wort keine Bedeutung. Alle Menschen möchten die guten Dinge dieser Erde haben. Aber es ist mehr Glücksgefühl in einer vollen Seele als in einem vollen Bauch. Das ist ein sonderbares Paradies bei Ihnen, das so viele Menschen veranlaßt, daraus zu fliehen.'

'Manche Menschen hängen an ihren alten Schuhen', schneuzte der Russe, 'sie verhalten sich dem Kommunismus gegenüber genauso, wie sie es gegenüber neuen Schuhen tun. Sie haben Angst, daß das neue System drücken könnte. Und es wird denen weh tun, die es bekämpfen. Sie werden auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen.'

'Ich kenne Ihre Vorliebe für russische Sprichwörter', erwiderte der FREMDE. 'Eines davon sagt, daß Abfall am besten an seinem Geruch erkannt werden kann.'

'Die Geschichte ist auf unserer Seite', rief der Russe. 'Die Macht ist auf unserer Seite!'

'Macht ist von jeher auf dem Marsch gewesen und das Recht ist von jeher niedergetreten worden', sagte der FREMDE. 'Aber die Zukunft erhebt sich immer wieder aus dem Staube. Denn Recht lebt fort in den Herzen und Gemütern der Menschen, nachdem Macht in den Gräbern beerdigt wurde, die sie selbst geschaffen hat.'

Dann schaute er dem Russen durchbohrend in die Augen, bis der Stämmige begann zu schwitzen und unruhig zu werden.

'Was für einen Menschen falsch ist, es dem anderen anzutun, ist genauso falsch für eine Nation, es der anderen anzutun', erklärte der FREMDE. 'Die Taten einer Nation liegen jetzt auf Ihren Schultern. Sie können Ihr Gewissen nicht mehr auf Lenin oder Stalin abwälzen. Sie haben die Verantwortung auf sich selbst genommen. Lassen Sie mich Ihnen sagen: Es ist besser, Unrecht zu erdulden, als es zu verursachen, besser Schmerzen zu empfinden, als sie anderen zuzufügen.'  

Der FREMDE lächelte jenes liebreiche Lächeln. Der Russe schaute auf seine Uhr, machte ein finsteres Gesicht und taumelte fort, gefolgt von seinen Claqueuren. Der FREMDE schaute ihnen beim Fortgang wortlos nach. Dann schritt er langsam aus der Wandelhalle in den Meditationsraum, wo alle Personen, gleich welchen Glaubens, beten können. Sein Gesicht schien noch trauriger, seine Schultern waren gebeugt. Mit der einen Hand hielt er eine kleine abgegriffene Bibel umklammert. Der Wächter wartete draußen vor dem Meditationszimmer. Es vergingen mehrere Minuten und der FREMDE war noch nicht herausgekommen. Endlich öffnete der Aufseher die Tür einen Spalt breit und spähte hinein. Der Raum war leer! Der einzige Beweis dafür, daß der FREMDE dort gewesen war, war seine Bibel. Sie lag auf einem Stuhl und war geöffnet beim 10. Kapitel des Johannes. Der Wächter fühlte sich hingezogen und sein Blick fiel auf die Verse 14 - 16:

'Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen - Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen und sie werden meine Stimme hören.'




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