Gegenwert und Gegenwart

 Dienstag, 2. Juni 2009 13 Uhr M

Gegenwert und Gegenwart

  1. Wenn man es genau bedenkt, so ist eigentlich alles luziferisch, was die Menschen für gut und wahr befinden, und somit stehen sie dem adamitischen Fall von vornherein ziemlich nahe und fallen ebenso, wie die Urstammeltern Adam und Eva gefallen sind. Die luziferische Wahrnehmung, durch die nach außen gerichteten Sinne, erleidet durch diese übergroße Betonung der Außenwelt einen Zwiespalt, indem einerseits alles nach außen Orientierte für wichtig und tröstlich empfunden wird und damit auch schon den Genuß sichert und fördert, während andererseits alles nach innen Ausgerichtete als schwierig und hinderlich betrachtet wird.

  2. Je mehr also die Sinne nach außen gezogen werden, umso schwieriger und hinderlicher gestaltet sich die Bewegung nach innen. Die Bewegung nach außen fällt leichter, der Anreiz aus dem Körper, sich mit der Außenwelt zu befassen, ist größer als der Anreiz aus dem Herzen, sich mit der reinen Liebe vertraut zu machen. Der Gegenwert, der nach außen gerichteten Sinne ist in Form der materiellen Welt und ihren Menschen sichtbar und beschäftigt sie, aber der Gegenwert der inneren Welt, nämlich Ich als Heiland und himmlischer Vater, der so eigentlich den Wert und den Bestand der Gegenwart ausmache, bin dann nicht in diesen Herzen entwickelt, und von daher kann sich auch keine verantwortliche Handlung aus der Gegenwart bilden. Ich als Bildner und Gestalter dieser Gegenwart wurde noch nicht deutlich herausgebildet. Ich als Gottesbewußtsein in euch muß erst durch eure Taten der Nächstenliebe aus eurem Herzen vom Kreuz eurer Sünden freigeliebt werden, muß als des Lebens innewohnendster Kraftfunke in euch entwickelt werden, muß als innerster Lebenskeim in euch empfunden und belebt werden, und das geschieht, wenn ihr euer Leben mit euren Nächsten teilt, wenn ihr euch in Liebe mitteilt. Es ist nicht so, daß Ich auf Händen und Knien liegend euch darum bitten müßte, Mich doch um alles in der Welt lieb zu haben oder, um es anders auszudrücken, es ist nicht so, daß Ich wie ihr oder wie euer Gefährte um eure Liebe buhlen würde, denn an solch einer Liebe, um die man noch betteln müßte, ist Mir freilich nichts gelegen, und sie stünde dem Gegner auch weitaus besser, kommt sie doch von ihm, sondern Meine Liebe ist euer innerstes Leben, und wenn ihr euch mit diesem inneren Leben vertraut machen wollt, um aus euren Leiden und Nöten befreit zu werden, so wird euch dazu nur die freieste und zwangloseste Liebe bewegen können, diese Bewegung nach innen, gegen allen äußeren Widerstand, durchführen zu können.

  3. Der Gegenwert dieser inneren Bewegung ist dann euer besseres Verständnis und auch die bessere Annahme eurer Gegenwart. Daran ist Mir als Vater auch gelegen, damit ihr von euch selbst freikommt, und dann ist eure Liebe zu Mir eine vollkommen freie und zwanglose Liebe, weil Ich Selbst frei und zwanglos bin und ihr in der Liebe zu Mir euch ebenso freigemacht habt. Deshalb ist aller Zwang und sind alle diesbezüglichen Worte und Handlungen, die irgend auf Zwang beruhen, auch nicht von Mir, sondern entstammen dem Luzifer in euch. Meine Liebe ist frei und selbstlos, d.h. sie hat für Mich keinen Nutzen, außer jenen, in euch Mir gleiche Wesen zu erblicken, die in schöpferischer Tätigkeit Meine Liebe, die sie sich zu eigen gemacht haben, verschenken. So entsteht die Seligkeit als Geschenk, daß Meine Kinder ebenso frei und zwanglos ihre Liebe verschenken, wie Ich Selbst dies tue. Und das ist das eigentliche Grundleben in Mir, eine immerwährende Gnade und Seligkeit im annehmen und geben Meiner Liebe, wo nichts für sich selbst behalten wird. Nichts, außer eben jenes, was eure Hülle zum Leben bedarf, und das sind diese 6 Anteile vom Ganzen.

  4. Das Innere ist unvergleichlich mehr als alles Äußere, denn alles Äußere wird von innen gebildet und ist nur die äußere Ableitung der inneren Beschaffenheit des Geistes in der Seele, und das Äußere existiert nur als Lernschritt und als Maßstab, inwieweit ihr euch innerlich zu Mir gestellt habt. Ich habe euch gezeigt, wie Ich den Menschen Jesus in Mir gefangen nehmen ließ, daß Ich Ihn gewissermaßen geopfert habe, damit Mein göttliches Bewußtsein für euch sichtbar und weitgehend nachvollziehbar auferstehen kann, und ihr könnt Mir nun zeigen, daß ihr in eurer Liebe zu Mir und zu eurem Nächsten euch ebenfalls gefangen nehmen lasset, damit euer reinster Lebensfunke, von der unnötigen Projektion eurer Hülle und deren luziferischen Vorstellungen befreit, nun ebenfalls in Meiner Liebe aufersteht. Ich habe den Kelch der Leiden und die Folge des Mittragens des menschlichen Fleisches und das Ertragen eurer Sünden aus dem Fleisch geduldig ertragen, während ihr euch noch immer in eurer luziferischen Gesinnung gegen Mich erhebt und euch auflehnt, wenn es euch nicht paßt, was ihr hier auf Erden seht oder was ihr alles ertragen müßt.

  5. Wie schwer etwa diese Erde wäre oder wie schlimm euer Gefährte sei, wie schlimm die gegenwärtigen Zustände sind. Nun das sind alles die Folgen, wie sie sich nach diesen zwei Fällen aus Meiner Gegenwart der Liebe heraus ergeben, und doch bin Ich stets zugegen. Ich bin auf dieser eurer Erde, und Ich bin in eurem Nächsten bei euch, aber ihr müßt das auch gebührend berücksichtigen, daß Ich tatsächlich anwesend bin. Ihr dürft euren Nächsten also nicht so behandeln, als wenn Ich nicht anwesend wäre! Wenn Ich z.B. eures luziferischen Hintergrundes wegen euch ein bescheidenes und demütiges Erdenkindlein zum Gefährten zugestehe, warum müßt ihr dieses dann unnötig verbilden, wollt es nach eurem Willen umformen, müßt mit ihm hadern, und warum macht ihr solches dann auch noch mit euren Kindern, wo ihr doch an euch selbst die Unmöglichkeit solch einer Handlung und auch diese lieblosen Folgen erkennen könnt? Es wäre hilfreicher, ihr neigt euch euren Gefährten und euren Kindern in wahrer, demütiger Liebe zu und bekämpft nicht aus eurem Eigenwillen den Eigenwillen der Eurigen. Erst aus Meiner Liebe heraus erkennt ihr den Wert derjenigen, die Ich euch geschenkt habe, denn Ich selbst bin der Wert, bin der Gegenwert in ihnen, und so seid auch ihr selbst nur wert, was ihr ihnen von Mir aus übermittelt und schenkt. Gelingt euch das nicht, so habt ihr keine funktionierende Gegenwart, denn eure Liebe, die nicht richtig funktioniert, erzeugt keinen richtigen Gegenwert, bekommt also keine Gegenwart und von daher seid ihr geneigt zu flüchten.

  6. Euer noch luziferisches Bewußtsein würde sofort fragen, warum es denn nicht selbst so sein könnte und bleiben könnte und warum es denn alles aus Meiner Hand nehmen müßte, warum es sich jetzt noch ändern müßte? Warum Ich also, wenn Ich doch die freieste und vollkommenste Liebe sei, trotzdem solch einen Druck auf euch ausüben würde, einen Druck, der an euren Nächsten ersichtlich wird? Einmal wird allerdings durch ungenügend ausgebildete Werkzeuge Meiner Liebe, also durch Mägde und Knechte, tatsächlich ein gewisser Druck erzeugt, eben ihrer Unreife wegen, wo sie die innere Führung zu Mir verloren haben, aber dessen ungeachtet liegt das Hauptproblem nicht darin, sondern an der Sichtweise desjenigen, der Meine Liebe oder der überhaupt Mich Selbst noch nicht vom Fluch seiner Sünden freigeliebt hat, der also noch mit vielen Zuständen, mit vielen Menschen und auch noch mit seinem Körper hadert. Solch ein Mensch nimmt Mich nur aus seiner eigenen Zwanghaftigkeit heraus wahr, aus seiner inneren Verletztheit, aus seinem noch unvollständigen Ichgefühl und kennt noch nicht diese Seligkeit eines befriedeten Herzens, welches im Einklang mit seinem Nächsten ist, eines Herzens, welches in der Gegenwart Meiner Liebe lebt, und nur deshalb erzeugt dieser Mensch, der noch nicht in Meiner Gegenwart lebt, selbst einen Druck und gibt diesen an Mich oder an seine Nächsten weiter, einen Druck, den er mangels Reife in seinem Verstande spürt, weil er seinen Verstand und damit auch sein Gedächtnis eben noch nicht hat leeren können, weil er viele Umstände und Erfahrungen noch nicht hat verdauen können, ja sie noch nicht einmal hat verstehen können.

  7. Sein Verstand und sein Herz haben vieles und sehr oft zu vieles aufgenommen, das Gedächtnis ist überfüllt, der Magen ist gewissermaßen überfüllt, und die anderen Organe sind dadurch auch überlastet, und es stellt sich eine geistige Müdigkeit, eine Trägheit ein, und so ähnlich müßt ihr es euch vorstellen, wie durch die zu große Ansammlung des materiellen Wissens aus diesen ungenügend eingeordneten Erlebnissen alles zu gären anfängt und übelriechende Miasmen euren Körper, eure Nerven und eure Seele belasten und dadurch auch eure Nächsten belasten, solange, bis ihr des Giftes Bestandteile an Mich übergeben habt, welche Übergabe allerdings durch die Liebe und Nächstenliebe geschieht und nicht dadurch, daß ihr etwa gewisse Praktiken der Pendelei, des Anschreiens oder des Wutaustobens erprobt oder extra Seminare belegt, wo man euch das Herausschreien dieser Emotionen anempfiehlt. Es dürfte klar sein, daß alle diese Kartenlegerei, das Pendel befragen, Astrologie, Kinesiologie und andere Praktiken euer Bewußtsein nur wieder im luziferischen Stadium halten, weil ihr entweder Zukünftiges erträumt oder in Erfahrung bringen wollt und dadurch der Gegenwart entflieht und weil ihr dadurch nicht das für die Gegenwart wichtige Vergeben und Verzeihen praktiziert, sondern nur immer auf der Suche nach euren Verletzungen seid, wo ihr doch auf der Suche nach Mir sein könntet, und selbst wenn ihr anderen Menschen zuliebe solche esoterischen Praktiken ausübt, ihr dennoch immer nur euer Ich präsentiert, euer Wissen kundtut, eure eigenen Verletzungen zeigt und damit in einer Abhängigkeit von eurem eigenen Verstand und dessen Überlegungen geratet und andere damit gefangen nehmt.

  8. Auch Vaterwort-Empfänger unterliegen dieser Gefahr, Mich noch nicht tief genug aus dem Herzen wahrzunehmen, Mich also noch nicht als kreative und damit auch nicht als gegenwärtige Liebe mit all diesen Möglichkeiten wahrzunehmen und anzuwenden, sondern sie reproduzieren noch allzusehr aus ihrem Gedächtnis heraus und stehen dadurch noch nicht in dieser schöpferischen Tätigkeit, über welche die freigewordene Liebe verfügt. Damit stehen sie der luziferischen Tradition des Empfanges aus dem Verstand sehr nahe und vermögen es dann nicht, zu einer tiefgreifenden Neuordnung ihres eigenen Wesens zu kommen, und charakterliche Fehlanlagen werden dann weder erkannt noch in all der Liebe zum Nächsten gebannt, und eine freieste und uneigennützigste Liebe, so wie dies Meiner Liebe zusteht, kann dann auch nicht abgerufen und kann somit auch nicht hervorgerufen werden, und mit solchen Empfängen, sei es über Diktate oder ausgesprochene Worte, wird dann auch nur der Druck des Verstandes angezeigt und die Unfähigkeit, sich im Herzen mit Mir zu treffen. Deshalb sind Worte und Kundgaben, die von solchen Medien gegeben werden - aufgrund deren Flucht vor und aus der Welt und daraus resultierend aus dem Druck ihres Verstandes, einem Druck, den man auch an den Augen der Betreffenden erkennt, die nicht in der barmherzigen Liebe und dem Verständnis zum Nächsten schauen - auch nicht das Papier wert, auf welchem sie gedruckt sind. Denn wer der Gegenwart flieht, der flieht ja auch vor Mir, und wie könnte Ich solche Flucht noch gutheißen, wo Ich doch Meinen Kindern gerade dort helfen möchte, wo sie mangels Nähe zu Mir dann die Flucht ergreifen? Solche medial empfangenen Worte oder Kundgaben stellen dann einerseits nur wieder die luziferischen Träumereien und Großsprechereien des Betreffenden dar, und andererseits handeln sie in einer lieblosen und verurteilenden Sprache gerade die Nächsten ab, die ihnen von Mir aus zur Entwicklung ihrer Liebe beigestellt wurden.

  9. Also habt auch immer wieder obacht, mit welchen Worten ihr selbst sprecht und mit welchen Werken ihr handelt und unter welchem Druck ihr steht, und schaut dann nach außen und überlegt, mit welchen Worten und mit welchen Werken ihr von dort aus konfrontiert werdet!

Amen. Euer Vater Jesus. Amen.