Die Präsenz des Körpers

Dienstag, 22. Februar 2011  12:45 Uhr   M

Die Präsenz des Körpers

  1. Was heißt es aber nun, daß dieses körperliche Bewußtsein sich heidnisch, alttestamentarisch oder christlich verhält? Das heidnische Bewußtsein ist ja noch sehr von dem Körper und seinem Kampf gegen die Natur bestimmt, es ist hier die Frage des Überlebenskampfes aus der Kraft des Körpers heraus, aus der Fähigkeit, sich mit Macht und Kraft in der Natur zu behaupten und kann darum mit dem verglichen werden, was Ich mit der Erziehung des Kindes innerhalb der mütterlichen Sphäre bezeichnet habe. Das Kind wächst und gedeiht, wird größer und lernt sich zu behaupten. Die Liebe zur Mutter bezeichnet hier auch die Nähe zur Natur und so geht das noch sehr kindliche Bewußtsein eine Liaison mit seiner Mutter ein, identifiziert sich mit ihr und ebenso gehen diese heidnischen Völker die Verbindung mit der sie umgebenden Mutter Natur ein und leben aus dem, was sie von ihr erhalten, bis sie in einem reiferen Stadium dazu übergehen, die Erde zu kultivieren, den Mutterboden zu bearbeiten, um dann in einem weiteren Reifegrad sich mehr und mehr von der Mutter zu lösen, bis sie in die väterliche Sphäre gelangen, um dort, je nachdem wie erfolgreich ihre vorherige natürliche Bewußtseinsphase durchlaufen ist, dann entweder gegen die Mutter oder gegen den Vater zu streiten oder sie lassen sich die weiterführende Reinigung ihrer Seele gefallen. Diese Phase ist unter den Heiden daran zu erkennen, ob sie nun die mehr oder weniger deutliche göttliche Offenbarung annehmen oder ob sie noch weiterhin auf der Stufe von Heiden leben wollen, doch dann immer wieder die Gefahr laufen, daß sie in das primitive Stadium der Nomaden zurückfallen.

  2. Wird nun der Vater angenommen, weil diese vorherige Kulturstufe der Entwicklung innerhalb der mütterlichen Phase in all der Liebe durchschritten wurde, dann wird solch ein Volk auch sogleich das Übergeordnete des Vaters annehmen und sich in vielen inneren Kämpfen mit dieser göttlichen Offenbarung auseinandersetzen und wird sie in der Seele annehmen. Eine weitere Reinigung dieses körperlichen Bewußtseins findet statt, und nun treten all diese verschiedenen Berufe und Berufszweige auf, und der Dienst am Nächsten wird deutlicher herausgestellt, und auf der anderen Seite ist dann auch schon die Kaste des Klerus gebildet. Aber auch hier, selbst wenn die göttliche Offenbarung angenommen wurde, gibt es noch viel für die Seele zu tun, denn sie muß ihr christliches Bewußtsein nun auch gegenüber ihren Nächsten durchsetzen, und dieser Nächste ist dann auch derjenige Stamm oder jenes Volk, mit welchem dieses nun beinahe christlich gewordene Volk zu tun bekommt. An einem Nächsten wird somit gezeigt, ob diese Fähigkeit der Vergöttlichung der Seele nun auch gegenüber einem anderen Bestand hat, und genau hier gibt es dann die großen Auseinandersetzungen zwischen solchen christlichen oder alttestamentarischen Völkern und ihren Nächsten, wie ihr das im kleinen auch nicht anders zwischen euch und euren Nächsten erleben konntet.

  3. Gut, wenn auch dieser Prozeß erfolgreich durchlaufen wurde und das alttestamentarische Volk dieses Stadium erfolgreich hinter sich gebracht hat, dann hat es sich zum christlichen Volk gewandelt und muß nun alle diejenigen alttestamentarischen Völker wie die Juden und Moslems aushalten und sich der Seele nach gegenüber diesen in all der Liebe durchsetzen. Diese Auseinandersetzung konntet ihr bei den damaligen Juden und Römern erleben, wobei sich die Römer zwar durchsetzten und die Juden als Volk vernichtet und aufgelöst haben, aber weil dieses Seelenentwicklungsprinzip nicht aufzuhalten ist, so sind die als Volk aufgelösten Juden aber dennoch innerhalb des Bewußtseins der anderen Völker vertrieben worden, und so wurde das Problem der Römer nur auf alle anderen Völker der Erde übertragen, bis es letztlich beinahe 2000 Jahre später wieder in der Seelee eines Volkes hochkochte und sich diesmal allerdings der Spieß umdrehte, weil die Juden die höchsten Stellen der Völker besetzt hielten und den Deutschen als in Vertretung der damaligen Römer zeigten, daß es auch andersherum geht und es im nächsten Schritt dann auch schon der gesamten Welt zeigen wollen.

  4. Sicherlich kann das für eine gewisse Zeit der Demütigung und Reife eines Volkes auch andersherum geschehen, aber das wird den grundsätzlichen Tatbestand der körperlichen und seelischen Entwicklung nicht ändern, der von Mir aus so gesetzt ist, daß die Seele letztlich doch über den Körper siegt und daß sich also die schon christlich gewandelte Seele, in welcher Ich selbst zuhause bin, dann doch gegenüber ihrem körperlichen Bewußtsein durchsetzt. Wäre es anders, dann hätte Luzifer ja doch gewonnen, und das ist etwas, was nicht geschehen kann, doch für eine gewisse Zeit der Ausreife wird das von Mir aus zugelassen und bewirkt, daß das christliche Volk, das eben doch noch in einer zu großen Nähe zum alten Testament gestanden hat und demzufolge die Kraft einbüßte, sein körperliches Bewußtsein höher zu entwickeln, es etwas später dann doch noch lernt. Daraus könnt ihr also schon deutlich sehen, daß der Jude in dieser bestimmten Eigenschaft, den Christen auf seine Nächstenliebe zu prüfen, denn auch sein muß und auch immer sein wird.

  5. Also habt ihr nun eine hervorragende Möglichkeit in eurer Seele, daß ihr euch durch dieses Kreuz eures Körpers oder anders gesagt, mit diesem euch von den Juden auferlegtem Kreuz nun endlich die bitter benötigte weitere Ausbildungsstufe erklimmen könnt, damit ihr in eurem körperlichen Bewußtsein die Kraft erlangt, nun auch diese Anteile des Körpers eurer Seele zu unterstellen, und dazu müßt ihr also den Juden in euch überwinden. Dieser Schritt ist noch bedeutsamer als jener, wo eure Vorfahren das nomadische Stadium und später das heidnische Stadium überwunden haben, denn diesmal steht ihr selbst auf der Höhe des auserwählten Volkes und könnt euch ebenso daneben entscheiden, wie dies unter Hitler geschehen ist, der seine Auserwähltheit eben nicht auf die Art der Nächstenliebe übertrug, sondern die er nur auf seine eigene göttliche Sendung übertrug, und damit stand er dann im Streit zu der Stellung des jüdischen Tempels und forderte damit die Konsequenz des Krieges geradezu heraus, denn er trug das Banner und die Fahne seiner Auserwählung wie ein großes Schild vor sich her und mußte damit alle anderen Menschen, die das nicht akzeptierten, dann automatisch verurteilen und ausgrenzen. Hitlers Schwäche war es also, daß er den Juden innerhalb seiner Seele nicht in dieser Nächstenliebe überwinden konnte, denn er hatte diese Art der kreuztragenden Nächstenliebe nie erlernt, doch was er dafür umso mehr gelernt hatte war, daß er als charismatischer Führer die Liebe seines Volkes stahl und Versprechungen von seiner Lichtseite gab, die der Drache in ihm dann später weggefressen hat.

  6. Auch das sollte euch glasklar sein, was damals warum falsch gelaufen ist, denn Ich habe es euch deutlich genug aufgezeigt. Damit habe Ich allerdings auch eure seelisch-körperliche Struktur aufgezeigt, denn in euch finden und fanden genau dieselben Prozesse statt. Einmal in euch selbst, zwischen eurem seelischen und körperlichen Bewußtsein und einmal zwischen euch und euren Ehegefährten - und dann als Auswirkung auch, wie es sich innerhalb eurer Familie zeigte und noch immer zeigt. Es ist damals nicht nur daran gescheitert, daß z.B. dieser gestrenge Vater dort die Nächstenliebe versäumte, sondern es ist allerdings auch daran gescheitert, daß das noch zu ungeläuterte alltestamentarische Körperbewußtsein nicht mitspielen wollte. Es sind also zwei Faktoren zu berücksichtigen, und deshalb ist diese ganze Geschichtsbetrachtung mit der nur einseitigen Schuldzuweisung auch nicht richtig. Weder sollte der Jude vernichtet werden, noch wurde dies wirklich so praktiziert, sondern hier greift dann nur dieses Dogma der Juden, daß sie sich eben jahrhundertelang verfolgt und verfemt fühlten und das, obschon sie sich als auserwähltes Volk betrachteten, und das konnten sie nicht in Einklang bringen, und deshalb entlud sich auch der Haß ihrer ganzen Tragik und entzündete seinerseits diesen Weltbrand.

  7. Die Seele in der Entwicklung zu Mir kann Mich doch nur erreichen, wenn sie dieses vierte Gebot in allem erfüllt, und dort stehen die Juden als notwendige Vorstufe zum christlichen Bewußtsein zum einen wie der Vater, der dieses heidnische Kind zum Gottesbegriff führt und sie repräsentieren damit auch all jene luziferischen Anteile einer jeden Seele, die das Kind in der Liebe zu Mir und zum Nächsten überwinden will und erst, wenn das geschehen ist, wird das alttestamentarische Vorstadium wieder zum gehorsamen Kinde werden und euer körperliches Bewußtsein folgt euch auch in den letzten Bereichen nach. Allerdings wollte auch schon Johannes der Täufer Mir nicht nachfolgen, obwohl er Mich erkannte, und das bezeichnet denn auch die Tragik dieses Volkes. Doch wenn der Jude Mir folgt - und heutzutage habt ihr sogar mit den Mohammedanern auch noch zu tun - dann wandelt sich der euch vorher beherrschen wollende Jude oder auch Moslem in das folgsame Kind um und ihr seid dessen Eltern. Damit steht das Volk der Juden für die letzten seelischen Probleme der Umwandlung der Seele zum Geistigen und andererseits auch für euer körperliches Bewußtsein zum seelischen Bewußtsein. Damit habt ihr euch vom Juden zum Christen gewandelt, weil ihr die letzten alttestamentarischen Anteile eurer Seele in der wahren Nächstenliebe vergeistigt habt.

  8. Wir behandeln hier einen wichtigen Aspekt innerhalb eurer seelischen Ausreife, denn bevor ihr den Geist in euch bilden könnt, müßt ihr einmal mit eurem körperlichen Bewußtsein ausgesöhnt sein. Erst derjenige, der Mich über alles liebt, wird den Juden in sich überwinden können. Nun glaube niemand, daß er dieses Problem nicht hätte, denn wenn Ich selbst als Vorbild und Beispiel es zeigte, dann müßt ihr nicht glauben, daß ihr mehr seid und könnt als Ich selbst es damals war und gezeigt habe. Also, warum konnte sich Mein Leib wieder Meiner Seele unterordnen und mit dieser verschmelzen?

  9. Weil sich eben Mein körperliches Bewußtsein als Menschensohn vollständig der göttlichen Seele in Mir untergeordnet hat und Mein Leib alles demütig ertrug, was ihr ja "nur" an eurer Seele aushalten müsset. Obwohl dieses "nur" für euch noch schlimm genug ist.

  10. Aber wie zeigt sich euer körperliches Bewußtsein genau? Nun, wenn ihr obacht gebt, wie euer Körper etwas lernt, dann werdet ihr auch schon wissen, daß er etwas lernt, indem die Regionen seines Kleinhirns aktiviert werden und ihr, durch die Inervierung bedingt, es eurer Seele in ihrem kleinhirnlichen noch unbewußten Zustand einschreibt, was ihr da gerade übt oder körperlich tut. Ihr kennt die Gehirnpyramiden eures Großhirns und so verfügt auch euer Kleinhirn über diese pyramidalen Strukturen, die euch allerdings nicht bewußt zugänglich sind. Anders ist dies mit eurem bewußten Gedächtnis, denn ihr könnt euch des Eingravierten euer Gehirnpyramiden bewußt sein, wenn eure Seele, bzw. wenn ihr es mit eurem Ichbewußtsein beleuchtet, doch ihr könnt im Kleinhirn soviel leuchten wie ihr wollt, dieser Bereich ist euch noch nicht zugänglich.

  11. Durch viele Übungen bedingt wird es über das Kleinhirn eurem Bewußtsein eingeschrieben, und nur die Intensität der Liebe zu eurem Nächsten entscheidet, ob und wie schnell ihr etwas aufnehmt und lernt. Also richtet sich euer körperliches Bewußtsein eben auch ausschließlich nach der Nächstenliebe. Wenn sich nun über die Entwicklung des nomadisierenden Bewußtseins bis hin zum christlichen Bewußtsein dann auch die Intensität des körperlichen Bewußtseins erhöht, weil sich die Nächstenliebe immer deutlicher durchzusetzen beginnt, so ist ja die Frage auch erlaubt, worin denn der Unterschied zwischen dem christlichen Bewußtsein des Körpers und jenen anderen Stadien liegt?

  12. Daß der damalige Römer weitaus gesünder und in allem auch geistig agiler war als ihr heutzutage seid, könnt ihr ja schon daran ermessen, wenn ihr das Große Evangelium Johannes lest. Wer von euch wäre denn zu solchen Schlußfolgerungen und klarsichtigem Urteile gelangt, wie dies einem Cyrenius, einem Kornelius, einem Markus oder dem Agrikola und vielen anderen gelungen ist? Ihr könnt freilich sagen, daß man in Meiner Anwesenheit ohnehin schon mehr des göttlichen Vermögens besitzt, als dies sonst der Fall ist, aber dennoch bleibt die Tatsache bestehen, daß die Römer und überhaupt die damaligen Menschen weitaus gesünder waren als heutzutage, ungeachtet der doch ziemlich schlechten Verfassung der Leidenden.

  13. Doch wenn wir die Leidenden von damals und heute mit einbeziehen wollen, dann seid ihr ja noch schlechter dran, denn in eurer Zeit gibt es ja schon mehr körperlich Leidende als Gesunde, und was der damalige Greis leichtlich schaffte, das würde einen heutigen Jüngling zu Grabe tragen. Gut, wenn die Verhältnisse aber so gewesen sind, so läßt sich also zurecht fragen, wie es sich mit der höheren Entwicklung des körperlichen Bewußtseins verhält, wenn doch heutzutage kaum jemand über die Gesundheit der damaligen Heiden und Juden verfügt.

  14. Das geht hier eben so, wie es sich mit den Römern verhalten hat, die angesichts der Fähigkeiten der Nubier so eine verzweifelte Mine machten und schon glaubten, daß sie körperlicherseits mißraten wären. Hoffentlich wißt ihr noch, was Ich ihnen geantwortet habe, und es ist ja nur einige Wochen her, wo Ich es in diesen Schriften wiederholt habe. Ich sagte also, daß es ohne Meinen Geist wohl unmöglich sei, die gewissen Kabinettsstückchen dieser schwarzen Heiden zu wiederholen, daß es allerdings dem Geist aus Mir heraus eine Kleinigkeit wäre, solches und noch mehr zu tun. Wenn sich die Sache wirklich so verhält und ihr könnt dies, mangels Geist, auch nur glauben, dann läßt sich nun weiter fragen, wie und wodurch wird es bewirkt, daß der Mensch diese Fähigkeit hat und ob ihr auch bereit seid, daß inmitten eures heidnischen oder eben alttestamentarischen Körperbewußtseins zu glauben, wo euer körperliches Bewußtsein ja ohnehin schon alles bezweifelt und belächelt, was Ich sage oder tue, und genau dies könnt ihr auch schon bei eurer besseren Ehehälfte sehen, die wohl um alles mitreden möchte, doch wenn es soweit ist, dann lieber dem Kaffee zuspricht als euch mit offenem Herzen anzuhören. Doch bin Ich Mir auch der Ausnahmen durchaus bewußt, denn gerade diese Schriften hier werden auch von etlichen Ehepaaren gelesen, die es beide gläubig in ihr Herz aufnehmen, und deshalb Meine Ich hier nicht diese selteneren Ausnahmen, sondern Ich beziehe Mich hier auf die Allgemeinheit.

  15. Das Kleinhirn als Koordinationszentrale eures körperlichen Bewußtseins kann deshalb dort nicht zum Zuge kommen, wo es sich um die mehr geistig-seelischen Fähigkeiten eures Körpers handelt, der nun auch, durch die Leiden seiner Seele bedingt, das Kreuz auf seine Art trägt und der Nächstenliebe standhält. Hat sich also die christliche Seele im Kreuztragen bewährt und kann der Körper desjenigen sich ebenfalls christlich, d.h. reinlich und unschuldig benehmen und unterläßt er seine Begierden und steht der Seele nicht im Wege, dann ist die Seele auch schon des Kreuzes mit ihrem Körper ledig geworden und somit kann Mein Geist die Seele sogleich erreichen, ohne daß diese den Umweg über das Kleinhirn gehen muß, welches noch die unbewußte Schaltzentrale des unbewußten Menschen ist.

  16. Und was dann alles möglich ist, das könnt ihr euch denken. Doch das letzte Stadium, daß sich der Körper dort noch zu mächtig aufbaut und Forderungen an die Seele stellt, muß eben noch in diesem wahren Endkampf der Seele überwunden werden. Solange das körperliche Bewußtsein in diesen alten Strukturen noch zuhause ist, solange überträgt es seine Begierden und seine Wünsche auf die Seele, und diese hat dann zu tun, daß sie den Körper zufriedenstellt. Alte seelische Verletzungen der Vorzeit und der Kindheit kommen zum Tragen, und sie sind der Seele gar nicht bewußt. Alle solche Geschehen der Vergangenheit haben sich unbewußt im Kleinhirn eingegraben und werden im letzten Stadium des Kreuzes wieder ins Bewußtsein zurückgeholt, damit sich die Seele endlich von diesem Ballast und all diesen Forderungen des Körpers freimachen kann, und wie es sich auswirkt, wenn man solches in seiner Seele trägt, das könnt ihr an eurem Nächsten und dessen Forderungen sehen. Ihr glaubt ja wohl nicht mehr, daß Ich euch mit der Wahl eures Partners alleine gelassen hätte! Nein, jeder von euch hat bekommen, was für seine Ausbildung am Zweckdienlichsten ist. Ihr solltet das allerdings akzeptieren. Wie sich der Körper in die Seele hineindrängt betrachten wir einmal, indem wir einen kleinwüchsigen Mann anschauen, der sich von großen Frauen umringt sieht und dem schmerzlich bewußt wird, daß ihn sein Körper dort im Stich gelassen hat. Solche Napoleons gibt es unter beiderlei Geschlechts eine Menge, und somit wird auch schon wieder deutlich, wie sie in ihrer Seele den angeblichen Mangel ihres Körpers ausgleichen möchten und sich also gerade gegenüber den Größeren dann wie Riesen benehmen.

  17. Sie müssen also jedem und vor allem auch gerade großwüchsigen Menschen beweisen, daß sie eigentlich doch noch größer sind. Oder nehmen wir einen anderen Fall, wo jemand, der vom Nationalstolz getrieben auf andere Völker herab blickt, sich so echt jüdisch verhält. Was wird er in seiner Seele zeigen? Sicherlich nicht, daß er die Menschen liebt, sondern er wird damit nur zeigen, daß er viele Menschen abstößt und sie in der Nächstenliebe also nicht erreicht, weil er sich für besser hält. Dieses zweite Muster entstammt auch noch der körperlichen Region der Größe, verschiebt sich allerdings schon mehr in den seelischen Bereich. Oder, um ein anderes Beispiel zu nehmen, jemand betrachtet sich als schön oder als stark und gesund. Was folgt daraus? Sicherlich nicht, daß andere ebenso schön und stark und gesund sind. Es folgt eben daraus die Separation von den Mitmenschen, denn wer sich als schön oder sonstwie klassifiziert, der wird dies wie ein Schild vor sich her tragen und wird damit den anderen zeigen wollen oder sagen wollen: Seht her, so schön bin ich, und er erwartet von anderen, daß sie eben nicht so schön sind.

  18. Gut, solche und andere Muster könnt ihr leicht an euch erkennen, doch andere Verletzungsmuster eures Körpers und vor allem eurer Seele sind schwerer zu ergründen und noch schwieriger ist es, sie abzustellen. Nehmen wir beispielsweise jemanden, der Mich liebhat. Worin besteht die Gefahr, wenn das alttestamentarische Körperbewußtsein sich wieder meldet und sich der Seele mitteilt? Daß der Körper dies eben auf seine Art der Größe oder Einzigartigkeit reflektiert und dann der Seele eingibt, daß sie doch allen Menschen zeigen möchte, daß nur sie allein Mich einzigartig liebt. Und da sind wir wieder bei den Pharisäern und Schriftgelehrten angelangt, die sich für besser als alle anderen hielten. Mit solch einer Fahne auf der Brust wird man den Nächsten in Meiner Liebe sowieso nicht mehr erreichen können. Das ist dann auch ein wahres rotes Schild des Hochmutes und macht die besseren Menschen nur wütend. Wer die Liebe zu Mir benutzt, um sich über oder vor den Nächsten zu stellen, der hält diese also auch nur von Mir ab, und das ist auch so eine Unart Meiner Kinder. Die Folgen solcher rein luziferischen oder sagen wir alttestamentarischen Vorgehensweise bewirkt, daß die anderen, die doch als Mitmenschen angesprochen werden wollen, sich nur wieder ausgegrenzt fühlen und keine Lust verspüren, demjenigen zu huldigen und dessen Größe anzuerkennen, nur weil er sie auf Mich hinweist. Solch Verhalten tötet dann auch nur die Nächstenliebe der anderen, die sehr deutlich wahrnehmen, daß derjenige ja noch mehr für sich selbst behält, als er ihnen gibt. Ihr sollt euch also nicht in eurer Seele den anderen präsentieren, indem ihr das körperliche Bild eurer Größe so in eurer Seele übertragt, daß ihr sodann mit eurer Seele der Größte oder der Beste oder der Allwissende seid. Ihr sollt eure Seele überhaupt nicht präsentieren, denn alles Präsentieren kommt aus dem körperlichen Bereich und ist, weil der Körper nur das Werkzeug und nicht das Eigentliche ist, dann auch nur gelogen und ist deshalb u.a. auch ein Verstoß gegenüber dem achten Gebot. Dort heißt es doch nicht, daß man euch gegenüber Achtung zollen soll und ihr euch diese Achtung mit der Größe eures Körpers oder eurer Seele erwerbet, sondern es heißt ganz einfach, daß ihr solche und andere Lügen doch unterlassen solltet, denn es ist ja nur der groß bei Mir, welcher der Kleinste und Geringste unter euch sein möchte.

  19. Also ihr seht, was euch da noch alles abgeht, und erst wenn alle solche kleingeistigen Vorkommnisse korrigiert sind, bewußt korrigiert sind, wird Mein Geist in euch euer seelisch-primitives körperliches Bewußtsein ebenfalls eine Stufe höher hinauf zu Mir ziehen und ihr erhaltet die Fähigkeit, das zu vermögen und ohne entsprechende Übungen euch anzugewöhnen und auszuführen, was ihr für die Fortbewegung eurer Seele und den Seelen der anderen benötigt. Darum könnt ihr allein schon durch die Geduld und Demut mit all euren Nächsten euch die Fähigkeit der Sanftmut als Barmherzigkeit erwerben, indem Mein Geist dann auch schon alle anderen körperlichen oder seelischen Zustände mildert und verbessert, nicht nur in euch, sondern auch bei anderen.

Amen. Amen. Amen.

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