Die Abödung der Seele

Mittwoch, 24. November 2010    9 Uhr   M

Die Abödung der Seele

  1. Eine mit aller Materie überladene Seele fühlt sich dennoch einsam und klagt, denn sie hat es versäumt, den Geist in sich zu bilden und hat stattdessen Annehmlichkeiten des Körpers gebildet. Diese Annehmlichkeiten des Körpers sollten diesen weder schwach werden lassen, noch sollten sie die Seele dazu bringen, daß sie in Träumereien schwelgt und sich der Nächstenliebe aufgrund der daraus entstehenden Trägheit enthält. Das körperliche Fleisch birgt zwar in sich diese negativen Triebkräfte, andererseits jedoch wird gerade das Fleisch durch diese Nächstenliebe vom Herzen - aus diesem positiven Pol heraus - organisiert, während die Eigenliebe des negativen Pols schon gar keinen Antrieb für irgendeine Nächstenliebe verspürt, sondern wenn, dann höchstens aus der Lust als eine Art von Seelenkitzel heraus etwas unternimmt. Der negative Herzenspol für sich allein genommen besteht darum aus der Eigenliebe, die sich, wenn sich ihr kein tätiger Trieb zur Nächstenliebe entgegenstellen würde, und sie sich dieser Liebe willen, nicht überwindet, dann aus der Begierde ihres Fleisches nährt. Solch eine, sich aus ihren Begierden des Fleisches ernährende Seele verhält sich wie ein Freßpolyp, der mal nach diesem oder jenem greift und dem es letztlich dann auch schon einerlei ist, wonach er greift, Hauptsache, er kann den Freßtrieb seiner fleischlich gewordenen Seele befriedigen.

  2. Die mehr aus den Annehmlichkeiten heraus geschaffene Industrie unterstützt nun allerdings diesen Freßtrieb der Seelen, schwächt den Körper vor allem durch die Beschäftigung mit sich selbst und vereinsamt die Seele, weil sie, von lauter Materie umstellt, nicht mehr den Geist sieht. Die Erzeugnisse der Industrie gaukeln solchen Menschen zwar vor, daß da noch ein Leben möglich wäre und daß auch solch ein schwacher Mensch eben durch diese Annehmlichkeiten ein sehr bequemes und beschauliches Leben führen könne, allein das kann die sich von ihrem Geist isoliert habende Seele dann auch nicht mehr trösten, und so verfällt sie inmitten all dieser industriellen Erzeugnisse in eine große Trübsal. Der Grund liegt darin, daß sie eben - durch diese Erzeugnisse bedingt - ja auch ein Herr ihrer Umgebung ist und keine Hilfeleistung von anderen in Anspruch nehmen braucht, denn der industrielle Mensch ist ein Herrscher im Kleinen, der durch diese technisch-industriellen Erzeugnisse die äußere Natur bezwingt, alles zu seinem naturmäßigen Leben Nötige zu seiner Verfügung hat und somit von der Industrie erhält, was er früher vom Nächsten erhalten mußte.

  3. War früher diese Nächstenliebe der Anreiz zur Schaffung der Annehmlichkeiten, weil ein jeder mit dem Nächsten vorlieb nehmen mußte, wollte er gewisse Güter oder Erzeugnisse besitzen oder veräußern, so ist im Zeitalter der Industrie eben die besagte Industrie zum Nächsten geworden und hat die Stellung des eigentlichen Menschen als wahren Nächsten damit unterhöhlt. Die aus der Eigenliebe ausströmenden Begierden haben sich zum Nächsten entwickelt, haben solchen Menschen eine Technik entwickeln lassen, die weder den Nächsten noch dem Geist zugute kommt, die also auch nur wieder diese Eigenliebe erhöht. Die Nächstenliebe wird umso schwächer, je stärker die Industrie um sich greift.

  4. Das könnte der Mensch verhindern, wenn er nicht die Annehmlichkeiten des Körpers im Vordergrund hätte und wenn er überhaupt nicht die Befriedigung seiner Eigenliebe will, doch dann müßte er sich auch von seiner Industrie als materiell gewordenes sichtbares Kind seiner luziferischen Eigenliebe trennen und müßte auf eine völlig anders orientierte Technik zugreifen, die im Einklang mit der Nächstenliebe steht und die darum nicht den menschlichen Körper schwächt und verkümmern läßt, sondern die dessen Seele stärkt und von daher auch dem Körper die Gesundheit erhält.

  5. Freilich können diese Menschen eines beliebigen Industriezeitalters auch ein längeres körperliches Leben erlangen, doch setzt man diesem nur sterilen, sehr veräußerlichten Leben die gewisse innere Liebe und Seligkeit entgegen, die ein mit der Natur im Einklang lebender Mensch beispielsweise hat, so steht der doch sehr geistlose industrielle Mensch in einer sehr ungenügenden Liebe und hat von daher auch kaum eine Seligkeit und weiß von dieser also auch nichts. Würden hingegen die Menschen mit der Natur mehr im Einklang stehen, weil sie keine Industrie hätten und deshalb auch keine diese Eigenliebe stärkenden Erzeugnisse und Annehmlichkeiten, so wäre deren körperlicher Zustand weitaus besser und gesünder und sie würden noch länger im Fleische leben. Das Maß der körperlichen Gesundheit hängt immer von der Intensität dieser Nächstenliebe ab, die dieser Mensch in Überwindung seines luziferischen Pols zu leisten imstande ist, denn genau für solch eine Überwindung der Eigenliebe kann er sich jederzeit an Mich wenden.

  6. Alle geleistete Nächstenliebe aus einem freiwilligen Antrieb der Liebe heraus, entstammt auch immer Meinem göttlichem Willen und erhält euch leiblich und auch geistig gesund, denn ihr müsset ja, wenn ihr dem Nächsten tatsächlich helfen wollet, euch auch in eurem Leid überwinden und zumindest in solch einer Tätigkeit gesund sein. Diese geleistete Nächstenliebe verbraucht auch in eurem Körper gewisse Ressourcen, die, weil sie in der uneigennützigen Nächstenliebe verwendet, euch dann auch umso kräftiger und deutlicher zugeführt werden, während bei einer Gesellschaftsordnung, wo diese Nächstenliebe mehr von den Maschinen geleistet wird, dann höchstens diese Maschinen besser und stärker werden, doch der eigentliche Mensch sicherlich nicht, eher ist das Gegenteil der Fall.

  7. Der Schlüssel zur Gesundheit liegt also nicht in einer gewissen Technik, die sich zu einem industriellen Gebilde entwickelt hat, denn dieses, doch sehr seelenlose Tier isoliert seine Erzeuger immer mehr vom Nächsten. Nein, der Schlüssel liegt allein in der Nächstenliebe, denn in dieser wird das Herz erwärmt, in dieser findet die herzliche Verbindung mit dem Nächsten statt, in dieser allein wird von Mir eine Kraft und Zuwendung für den Nächsten erbeten, die eure Seele stärkt, weil sie sich dem Nächsten zuliebe dann doch wieder an Mich wendet. Wenn also eine Gesellschaft primitiv oder hochentwickelt ist, dann hat dies nichts mit einer Technik zu tun und erst recht nicht mit einer Industrie, sondern es hat einzig und allein damit zu tun, ob und wie diese Nächstenliebe geleistet wird.

  8. Deshalb findet gegenwärtig in euren industriellen Hochburgen eine sehr große Vereinsamung der Menschen statt, die zwar äußerlich alles haben und benutzen, was sie für dieses nur äußerliche Leben brauchen, doch nach innen, in der eigenen Seele, sieht es doch sehr düster aus. Darum wird eure Seele auch immer wieder klagen, ihr werdet immer wieder seufzen und versuchen, diese Einsamkeit eurer Herzen durch die Liebe zu überwinden. Doch wenn ihr nicht endlich in eurem Herzen den Geist zu bilden beginnt, so wird euch diese Trübsal auch nicht verlassen. Dieses Gefühl entstammt ja eurer vereinsamten Seele genau deswegen, weil ihr den Geist in euch vernachlässigt und euch mehr mit der Eigenliebe befaßt oder auch mehr mit den zwei Seiten eures Bewußtseins befaßt und entweder im körperlich-sinnlichen oder im luziferisch-glänzenden Bewußtsein seid, doch im sanften, ruhigen und seligen Bewußtsein des Geistes seid ihr eben noch nicht. Dieser muß ja erst durch die besagte geistige Befruchtung gebildet werden, und dazu müßt ihr ja auch die Traurigkeit eurer vereinsamten Seele überwinden.

  9. So habt ihr beinahe alle, bis auf sehr wenige, glückliche Ausnahmen nun doch zuviel von dieser Materie in euch aufgenommen und ihr werdet dann angesichts solch geistiger Lektüre hin und wieder unwillig, weil diese Materie in euch, die ja auch über ein gewisses Bewußtsein ihrer selbst verfügt, euch mehr und mehr bedrückt und sehr unzufrieden sein läßt. Es kann ja auch nicht anders sein, denn diese Materie ist ja doch auch aus der Unzufriedenheit heraus entstanden, und somit wird ein jeglicher, der diese Materie in Anspruch nimmt, auch immer wieder diese Unzufriedenheit in sich spüren können. Ja, wären diese Erzeugnisse von glücklichen, sich in der Nächstenliebe behaupten könnenden Menschen entstanden, so wäre das sicherlich anders. Doch solche Menschen wird man in der Industrie vergeblich suchen. Und selbst, wenn ihr solche aus den glücklichen Händen einiger Menschen entsprießenden Erzeugnissen der Nächstenliebe in Anspruch nehmt, so enthebt euch das allerdings nicht von der sehr viel wichtigeren Aufgabe der unmittelbaren Nächstenliebe, und deshalb können auch Menschen, die in ärmlichsten Verhältnissen stehend und vielleicht nur minderwertigste Güter zur Verfügung haben, dann doch weitaus gesünder sein als ihr selbst, und sie werden dann sicherlich auch nicht in ihrer Seele zu klagen brauchen.

  10. Darum ist auch alle Esoterik und sind auch alle Therapien, die sich nur mit dem Mensch an sich befassen, auch mehr auf dem Boden der Ichliebe gewachsen und können der menschlichen Seele nichts nutzen. Das Übel der Industrie, daß die menschliche Seele schwächer wird und solch ein Mensch kaum noch die äußere Natur erträgt und sich eigentlich mehr im Innern des Hauses nun doch sehr von anderen Menschen isoliert aufhält und von daher wieder eine Technik benutzt, mit welcher er sich mit den anderen Menschen verbindet, die ebenfalls in ihren Häusern oder Wohnungen vegetieren, dieses Übel kann auch nur durch die Reduzierung der Eigenliebe und einer Reduzierung dieser die Eigenliebe fördernden Technik überwunden werden, wenn der betreffende Mensch sich eben selbst aufmacht, um einen anderen Menschen konkret zu treffen und ihm zu helfen.

  11. Genau das geschieht auch, wenn die äußere Umwelt, von dieser Art der Industrie geschädigt und der Nächstenliebe der Menschen entbunden, dann sich ebenfalls sehr lieblos gegen diese sie so mißbrauchenden Menschen zeigt, und so ist die Konsequenz, die der industrielle Mensch dann auch von außen her erlebt, wie diese Vereinsamung der menschlichen Herzen durch die Not der unbändigen Naturkraft wieder ihr Herz erschüttert und belebt, und somit sind auch solche Naturkatastrophen Erfüllungsgehilfen, welche den Menschen helfen, ihre verschüttete Nächstenliebe wieder freizubekommen.

  12. Ja, Meine Kinder, das mag sehr traurig sein, wenn es nur auf diesem äußeren Weg zustande kommt, doch ihr habt es da, sogar inmitten all eurer Industrie und eurem täglichen, guten Versorgtseins etwas besser, denn ihr könnt allein durch die Überwindung eures Eigenguten und diese Beschneidung und Veredelung eurer Triebkräfte bewirken, daß ihr körperlich robust bleibt oder es wieder werdet, und ihr könnt dieser Vereinsamung des Geistes in euch entgegen wirken, wenn ihr diese gewisse Abödung eurer Seele aushaltet, die sich, von all dieser Materie umzingelt, doch sehr inniglich nach Mir sehnt. Auch das zunehmende Alter und somit vor allem der Tod bewirken ja schon diese Abödung, denn es kann ins Jenseits diese Materie sowieso nicht mitgenommen werden, und es kann in Mein Reich auch nichts Seelisches, dieser Materie noch Anhaftendes mitgeführt werden. Ihr könnt zwar sehr lange im Mittelreich verbleiben, dort wo ihr weder Himmel noch Hölle erlebt - einfach deshalb, weil ihr diese niedrigsten menschlichen Begierden nicht habt oder sie zumindest überwunden habt - doch die Himmel sind euch mangels Ausbildung eures Geistes noch verschlossen, und genau diesen doch sehr tristen und unseligen Zustand erlebt ihr auch schon hier und jetzt. Ihr seid selbst in eurem Fleische wie im Mittelreich lebend, da ihr einerseits eure Begierden gezähmt so schon ein gewisses Paradies durch die Ruhe eurer Begierden erlebt, aber ihr seid dennoch nicht im Himmel, denn dieser wird aus Meinem Geist in euch gezeugt und gebildet, wenn ihr Mich über alles zu lieben vermöchtet, also auch über euer Schlaraffenland und dieses Paradies hinaus, doch dazu müßt ihr euch erst diese Abödung eurer Seele gefallenlassen.

  13. In dieser Abödung verliert eure Seele viel von dieser weltlichen Materie. Selbst eine Krankheit ist eine Abödung und verursacht Ähnliches, wie es die äußeren Katastrophen auch nicht anders zeigen, nämlich daß der Seele Fremdes und ihr nicht zugehöriges Materielles hinausgeschafft wird, und es wird dem Fleische eine Erleichterung verschafft, und die Seele kann ihren Geist wieder erreichen und somit stärker werdend, dann ihrem Körper wieder zu Hilfe kommen. Aber in dieser Abödungsphase, die vor allem im Spätherbst und im Winter ansteht, solltet ihr euch tatsächlich in allem genügsam verhalten und deshalb enthaltsam sein.

  14. Ihr solltet den Geist in eurem Herzen erreichen und euch nicht mit Äußerlichkeiten zufriedengeben, denn dann wird eure Seele wieder jammern und wehklagen und vor lauter Materie Mich nicht mehr sehen. Nutzt diese Zeit konsequent, damit aus eurer Seele so allerhand Tand und Plunder hinausgeschafft werden kann, und bleibt im Kreise eurer Familie ruhig und sanft, mögen die äußeren Stürme und Winde um euch herum auch brausen und toben. Ihr solltet ja nun doch begütigend und milde wirken können und diesem Treiben auch der Euren ganz ruhig und friedlich begegnen, denn ihr wißt es schon, warum bei solchen noch alles stürmisch und aufbrausend zugeht. Spürt und fühlt, wie Meine Liebe euer Herz erwärmt und ihr die Euren erwärmt und sie beruhigt. Das ist die wahre Abödung eurer Seele, weil ihr nicht mehr nach außen greift und schaut. Diesmal nicht, sondern ihr bleibt ruhig und beständig inmitten all der Ablenkung und der Versuchungen klein und demütig und die Abödung in euch geschieht und ebenso auch bei denen, die um euch herum sind.

  15. Ihr habt Mich inmitten eurer Nächsten, was wollt ihr mehr! Allerdings gibt es unter euch auch etliche, die sich schon in diese Isolation ihres Geistes soweit hinein manövriert haben, daß sie diese dunklen Tage nun auch allein zubringen müssen und dies manchmal sogar auch möchten, denn vom Nächsten ist da kaum noch etwas zu sehen, und eine diesbezügliche Nächstenliebe wird auch nicht leicht zu erbringen sein, und diese Phase der Abödung ist dann sehr schwer auszuhalten. Euch sage Ich, daß ihr ja schon in eurer selbstgewählten Abödung lebt, und ihr müsset nun, damit ihr nicht noch trauriger an eurer Seele werdet und dazu neigt, dann doch wieder nach Ersatzmitteln zu greifen, deshalb vor allem dazu übergehen, Mich tatsächlich mehr als alles zu lieben versuchen. Mehr als eure Einsamkeit, mehr als eure Verletzungen, mehr als eure Vorwürfe, mehr als eure Eigenliebe, die euch in solch eine Vereinsamung geführt hat. Denn ihr sollt doch im Herzen, von all diesem befreit, ja auch frei und liebevoll unter euren Nächsten wirken, ohne mit einem sauertöpfischen Gesichte und all diesem Leid in eurer Stimme eure Nächsten nur wieder unnötig zu belasten.

  16. Denn solch eine Einsamkeit, wie ihr sie erlebt und kennt, frißt ja auch nur eure Seele und frißt auch an jenen, denen ihr begegnet, und sie empfinden euch dann nur als Belastung und meiden euch. Doch wenn Mein Geist euch berührt und ihr in der richtigen Abödung eures Herzens diese verlorengegangene Liebe wiederfindet, so wird man euch auch wieder aufsuchen und sich gerne in eurer Nähe bewegen.

  17. Darum könnt ihr eure Abödung einmal richtig erleben und sie umsetzen, damit sie nicht durch äußere Katastrophen oder Unfälle bewirkt werden muß. Ja, ihr könnt das durchaus abwenden, aber für die meisten eurer Mitmenschen wird solch eine Abödung nun doch von außen an sie herangetragen werden, und aus diesem Grunde wird auch das klimatische Verhältnis sowie überhaupt das Gefüge eures Wetters auch aufgrund dieser sehr geringen Nächstenliebe der Industriestaaten noch ein gewaltiges Echo hervorrufen, und viele Menschen werden aus dem Schlafe ihrer Eigenliebe gerissen. Wundert euch darüber also nicht, sondern bleibt vielmehr in der inneren Herzensruhe und stärkt euer Gemüt, damit ihr bereit seid, wenn der Sturm die Euren erreicht und sie zur Abödung zwingt.

Amen. Amen. Amen.

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