Der Luziferkonflikt

 

Freitag, 26. Juni 2009 12:27 Uhr M

Der Luziferkonflikt

  1. Ich möchte, daß Meine Kinder geistig gesund sind, damit sie diese Gegenwart ertragen, in welche Ich sie entlassen habe. Als sich Meine Kindchen so in ihrem Eifer begeisterten und Mich in all ihrer Liebe darum baten, sie doch auf diese dunkle Einöde, des Jammers tiefsten Tales, hinab zur Erde zu lassen, da wußte Ich durchaus was Ich tat, als Ich ihren und damit also euren Willen berücksichtigte, doch ihr wußtet es in dieser Konsequenz eben nicht - und das einzige, was euch dazu bewog, diesen schweren Weg anzutreten, war der Umstand, daß ihr Mir vertraut hattet. Das konntet ihr auch leichten Herzens, denn ihr wußtet zu diesem Zeitpunkt auch, was alles an wunderbarer Liebe und Schöpferkraft aus Meinem Herzen extra für euch liebend tätig wurde und bis dahin schon tätig geworden ist, doch das Größte von allem, das Größte für euch, war bis dato noch nicht verwirklicht worden, und so erschien es euch auch der richtige Zeitpunkt zu sein, Mich darum anzugehen, euch zur Vollendung eures Wesens nun endlich hinab zum Planeten der Erbarmung und Auferstehung zu lassen und, sofern ihr euch in dieser Tiefe verloren habt, diesen Fall in die Tiefe rückgängig zu machen.

  2. Solange ihr euch noch selbst in dieser Tiefe der materiellen Gelüste bewegt, solange macht ihr Mir auch noch Vorwürfe und fühlt euch von Mir verlassen, obwohl Ich euch doch einstmals versichert habe und dies auch jederzeit tue, daß Ich euch nicht den Untiefen der Erde mutwillig ausgesetzt habe, sondern ihr selbst dies wolltet. Ihr könnt diese Zeit als Gnadenzeit erleben, sofern ihr nur gewillt seid, euch tatsächlich an das zu halten, was ihr beabsichtigt hattet, denn Ich Selbst halte Mein Wort und lasse euch nicht fallen, außer ihr wendet euch von Mir ab und wollt Meine rettende Vaterhand nicht ergreifen. Ihr seid der Vollendung allerdings ein beträchtliches Stück nähergerückt, wenn ihr diesen Ausbildungsweg auf dieser Erde ertragen wollt, wenn ihr euch in diesem Zustand nicht am Nächsten stößt, weil ihr euch in Meiner Gegenwart bewegt, denn Meine Gegenwart zu halten bedeutet doch, diese Erde und alle ihre Begebenheiten zu ertragen, alle Mitmenschen zu ertragen, alles Leid zu ertragen.

  3. Einiges von dem, was Mich und euch dazu bewog, dieser Umwandlung des menschlichen bzw. des engelhaften Zustandes in die Vollendung des göttlichen Menschen, des Großmenschen zu gestalten, konntet ihr in gestraffter Form im Gedicht des "Engels" (Jakob Lorber gegeben) erkennen und konntet dort auch den schmerzlichen Fall in die Materie schauen, und noch deutlicher wurde dies für euch in den Erzählungen Seltmanns, wo ihr in der Weigerung des Täufers, Mir zu folgen, im Kleinen auch euer eigenes Schicksal erleben konntet. Nun habe Ich also in den vorhergehenden Worten vorsichtig darauf hingewiesen, daß ihr aus eurem luziferischen Erbe heraus diese Erde betreten habt, um aus diesem noch sehr gefesselten Zustand eures Bewußtseins endlich freizuwerden, welche Freiwerdung freilich nicht ohne größeren Opfergang möglich ist. Daß ihr eure geistige Entwicklung dann auch noch im Kontakt mit euren Mitmenschen erleben dürft, daß sie und ihr dann eure Entwicklung fühlen, ihr eure Entwicklung auch mit einer liebevollen Tatkraft beweisen könnt, macht dann auch schon die Seligkeit aus, welche in dieser Arbeit an euch und mit den Nächsten liegt. Dazu wart ihr auch bereit und habt die Gefahr der adamitischen und der luziferischen Rückentwicklung in Kauf genommen, insoweit ihr aus Meinem himmlischen Reiche stammt, und ihr anderen, die ihr aus den Gestirnen stammt, habt euch das nicht so recht vorstellen können und die Gefahr des adamitischen Falls unterschätzt, und trotzdem habt ihr alle auf Mich gebaut und Mir vertraut, und so seid ihr nun in eine Geisteshaltung gekommen, wo ihr weitaus mehr wißt und versteht, als es die sich noch im Larvenstadium befindlichen Mitmenschen tun, die noch das Elend und den Kummer an sich erleben, von dem adamitischen Rückfall freizuwerden und dazu noch alle möglichen Gebrechen des Körpers aushalten müssen.

  4. Wer von oben aus den Gestirnen stammt, der steht von daher schon im luziferischen Konflikt, weil er hier mit dieser Einzeugung in das Fleisch und der daraufhin erfolgten Entwicklung in der Kindheit einen Teil seiner gegenwärtigen Liebe aufs Eis legen mußte, er muß also die Zeit abwarten, die er zur Reife und dem nötigen Verständnis seiner und der Entwicklung seiner Nächsten, seiner Mitmenschen, braucht, und so seid ihr nun wieder zu einer kleinen Gruppe angewachsen, die bereit ist, diesen luziferischen Konflikt in sich zu überwinden. Dieser Konflikt besteht in der Trennung eures Bewußtseins von Mir, einer nur scheinbaren Trennung wohlgemerkt, denn eine völlige Trennung von Mir ist nicht möglich, weil damit euer Lebenslicht keine Nahrung fände und ihr euer Leben aushauchen würdet. Aber es ist euch die gegenwärtig wirksame Liebesbeziehung zu Mir und zu euren Nächsten nicht bewußt, und von daher seid ihr in einem Zustand, wo ihr die ganze Wucht der irdischen Welt erlebt und oftmals glaubt, daß ihr allein dieser für euch dann schrecklich empfundenen Umwelt und allen diesen traurigen Situationen gegenübergestellt seid. Daß dem nicht so ist, das wißt ihr sehr wohl, aber ihr habt noch nicht die so dringend benötigte Kraft der Liebe, um aus diesem Wissen auch für euer Leben Verwertbares aufzubringen, und so steht ihr also zu oft mit leeren Händen gegenüber euren Geschwistern da, jenen, für die ihr doch diesen schweren Gang auf diese Erde unternommen habt.

  5. Auf der einen Seite das Wissen um die Möglichkeit, hier das Stadium des luziferischen Menschen zu überwinden und auf der anderen Seite die Gewißheit und die Erfahrung, daß ihr noch sehr weit davon entfernt seid und an euren Nächsten sehr deutlich wahrnehmen könnt, wie weit ihr auch von Mir entfernt seid. Genau so weit eben, wie ihr von euren Nächsten entfernt seid. Der Nächste zeigt euch also sehr genau an, wie weit ihr noch von Mir und Meinem Reich entfernt seid. Ihr seid noch in den Fängen Luzifers, ihr seid also noch an die Materie gebunden. Für viele, die einstmals mit euch ausgezogen sind, um ihr Heil und das Heil für die Nächsten zu finden, ist der Druck des Fleisches zu hart, oder mit anderen Worten gesprochen, ist die Verlockung des Fleisches und damit der Sünden zu groß. Jedenfalls größer als sie geglaubt hatten, und nun, wo ihre und eure Lebenszeit die Mitte schon erreicht und zum Teil auch schon überschritten hat, fehlt vielen von euch die Kraft, um den Weg in die Materie hinein wieder zu verlassen, um also das Steuer eures und ihres Lebensschiffleins herumzureißen. Da wäre nun ein Paulus angebracht, der sich von dem Teil seines Wesens, das ihn in den Klauen Luzifers gefangen hielt, verabschiedete und diesen Teil Meiner Liebe zu den Menschen in den Teil seiner Liebe zu den Mitmenschen, verwandeln konnte. Ja, ihr Meine lieben Kinder, die ihr noch mit dem Leben hadert, Ich sage euch hier ganz deutlich, daß ihr zwar einen guten Schritt auf Mich und den Nächsten zugegangen seid, daß ihr aber Gefahr laufet, nun zwei Schritte zurückzuweichen.

  6. Ihr hattet Mir seinerzeit vertraut! Nun, wo ist euer Vertrauen zu Mir und euer Vertrauen in Meine Möglichkeiten geblieben? Viele haben sich von den Menschen, sogar von ihrer eigenen Familie, abgewendet, einige sind in die Welt der Tiere geflüchtet, um dort einen scheinbaren Frieden zu finden - aber so verfehlt ihr euer Ziel. Glaubt Mir, daß Ich euch jederzeit ein neues Leben schenken kann, so wie Ich es damals dem Lamech in der Tiefe schenkte und vor allem auch, euch weitaus näher, es mit Paulus tat. Ich nahm das alte und sündhafte Leben dem Lamech ab und schenkte ihm ein neues Leben, und ebenso verfuhr Ich mit Paulus und anderen. Aber nicht so, wie nun einige Leichtgläubige vermuten, indem sie meinen, Ich könnte auch ihnen ohne Vorbereitung und nur aus ihrem Überdruß heraus ein neues Leben bereiten. Weder Lamech noch Paulus wurden so ohne weiteres von Mir aus mit dieser Gabe der völligen Neuordnung bedacht, sondern diese erhielten sie als Geschenk für ihre sich Mir zugewendet habenden Liebe. Sie waren mithin fähig geworden, ihre Liebe zu Mir und zu ihrer Umwelt zu entwickeln. Sie wurden Entwickler der Liebe, der göttlichen Liebe wohlgemerkt, und damit traten sie ihr Amt an, welches sie Mir doch ganz zu Anfang versprochen hatten. So ist es auch mit euch, denn auch ihr könnt und sollt mit eurem alten Wesen brechen, ihr sollt es Mir einfach übergeben. Ja, übergebt Mir euer altes Leben! Wie soll das gelingen, steigt es nun als Frage in euch auf, und ihr sagt, daß ihr doch alles versucht hättet. Ja, Meine Kinder, wie soll das gelingen? Wie bricht man mit seinem alten Zustand, wo man sehr irdisch, noch sehr adamitisch und noch sehr luziferisch ist?

  7. Einzig durch die ständige Vergebung, einzig dadurch, daß ihr eurem Herzen nun endlich seinen Lauf lasset und es ganz fest bei Mir haltet. Laßt euer Herz von allen Begierden frei, indem ihr eure Entscheidungen in der freiesten Liebe trefft, die euch möglich ist. Entscheidet euch, daß Ich euer Vater bin, denn damit habt ihr euch für eure Geschwister entschieden. Entscheidet euch, daß ihr dem Luzifer in euch keinen Raum geben wollt, daß ihr den Saulus, den ersten König Saul und den alten Lamech der Tiefe freigebt, daß ihr also den Paulus dem Saulus vorzieht, daß ihr den David dem Saul vorzieht und daß ihr den Lamech in der Höhe dem Hurer und Prasser des in die Tiefe gefallen Lamechs vorzieht, daß ihr euch also für den hohen Lamech entscheidet, der euch den Noah brachte, der euch euren schon ein wenig kümmerlich glimmenden Gottesfunken wieder auf die Höhe führt und ein neues Geschlecht gründet.

  8. Dort steht ihr nun, daß ihr, gleich welches Bild Ich euch zeige, nun den alten Menschen kennt, ihn jedoch nicht mehr bevorzugt und den neuen Menschen in euch, den angehenden Gottmenschen, hervorbetet, ihn hervorbittet, weil ihr doch noch schwachgläubig und verzagt seid. Paulus zeigt euch den Überwinder der Pharisäer und Rechtsgelehrten, jenen Anteil in euch, der als starrsinnig und stur einzig der Gerechtigkeit dient und damit Luzifer huldigt, jenen Anteil in euch, der sehr lieblos auf alles reagiert, was sich in einer spontanen Liebe und Freude bekundet. Gebt Saulus frei und bedenkt, ohne euch allzu sehr auf dieses tierische Niveau zu begeben, daß in diesem Wort auch immerhin ein gewisses Tier steckt, welches sich im Schmutze wühlt und sich darin gefällt, über anderen Leuten Schmutz auszuschütten. Dieser Anteil in euch gefällt sich darin, mit seinem Wissen andere Menschen zu verleumden und an das Gericht auszuliefern, eure Geschwister mithin in der Liebe zu verkürzen und dabei glaubt, mit reinem Herzen gehandelt zu haben. O ja, rein durchaus, aber eben rein des Teufels, und somit gibt es die Verbindung zwischen der Sau und ihren Bemühungen, sich im Schmutz und Dreck der Welt zu suhlen und jenem Zustande der Pharisäer und Schriftgelehrten, sich über die ihnen anvertrauten Menschen zu stellen, weil sie entweder die Neuoffenbarungen nicht umsetzen und damit sich der Möglichkeiten berauben, ihren Nächsten helfen zu können und somit ihre Nächsten verurteilen oder aber, daß sie diese Werke nur als Waffe und Rechtfertigung ihrer eigenen Lieblosigkeit benutzen und in ihrer eigenen Familie dann großen Schaden anrichten und sogar den Ehegefährten durch ihre etwas größere luziferisch richterliche Kraft in die Krankheit oder sogar in den Tod treiben.

  9. Ihr wolltet in euch die Liebe entwickeln, und dazu braucht ihr eine Gegenkraft, anhand derer eure Liebe reift. Ihr müßt euch diesem Reifeprozeß stellen und dürft nicht glauben, daß die Welt der Tiere, der Haustiere, ein geeigneter Ersatz wäre, um dieses Ziel zu erreichen. Nein, Meine Kinder, einzig die Welt eurer Mitmenschen ist dasjenige Mittel, euch zur Ausreife zu führen. Die Welt der Tiere ist noch das alte verletzliche Stadium, in welches ihr flüchtet. Der Mensch kann nicht zum Gottmenschen reifen, wenn er das Göttliche im Menschen achtlos liegen läßt, wenn er es versäumt, in sich eine Liebe zu den Menschen zu entwickeln und sich stattdessen in die Welt der Tiere verliert. Ihr könnt die Tiere nicht auf das Niveau anheben, zu welchem ihr eigens auf diese Erde gekommen seid, und dadurch könnt ihr auch euer eigenes Niveau nicht weiter entwickeln. Die Tiere entbehren noch dieses göttlichen Funkens, denn ihre Seele ist gebunden, und so sind sie auf Gedeih und Verderb von euch abhängig, wenn ihr euch mit ihnen über das gesunde Maß hinaus einlasset, und das tut ihr, wenn ihr eure Beziehungen zu den Tieren über die Beziehungen eurer Mitmenschen stellt. Wer sich zu sehr mit den Tieren befaßt, der stellt dann selbst alle Bedingungen auf und stellt sich damit zuoberst dieser noch sehr gefangenen Seelen und vermag es dann kaum noch, einen anderen Menschen neben sich zu ertragen und verhindert es dann, daß auch andere Menschen sich wie Brüder oder Schwestern neben ihn stellen können. Von einer Demut gegenüber anderen ist dann keine Rede mehr, sondern solch ein Mensch versucht auch die Menschen seiner Umgebung in seine tierhaften Vorstellungen hineinzuziehen, und wenn das nicht gelingt, dann isoliert er sich noch weiter. Könnte Ich solch ein Verhalten absegnen, wo Ich doch ziemlich deutlich gemacht habe - in allen Evangelien und damit vor allem im Lorberwerk - daß der Mensch sich dem Menschen zuneigen sollte, um so in den Zustand der so dringend benötigten Nächstenliebe zu gelangen?

  10. Der Mensch steht dem Menschen näher als dem Tier, und von daher hat die Tierliebe nichts mit dieser Nächstenliebe zu tun, die Ich so angemerkt habe. Freilich ist die Tierliebe schon recht, aber doch erst dann richtig wirksam, wenn der betreffende Mensch zuerst in sich die Fähigkeit zur göttlichen Liebe entwickelt hat, um sie dann, als aus sich heraus wirkend, allen Geschöpfen freiwillig zur Verfügung zu stellen. Solch eine Liebe ist dann um vieles wirksamer, und nur sie ist in der Lage, auch diesen Geschöpfen zu helfen, denen von unreifen Menschen noch sehr viel Leid zugefügt wird. Wer jedoch den Menschen flieht und in der Welt der Tiere seine Zuflucht sucht, der ist noch sehr verletzlich und was wollten auch die Mitmenschen schon annehmen von einem, der ihnen doch ausweicht, der ihnen damit auch die notwendige Liebe versagt, die doch nötig ist, damit die Nächsten etwas annehmen.

  11. Nach diesen einleitenden Worten kommen wir nun dazu, wie die Liebe hier auf dieser Erde entwickelt werden soll:

    Erstens ist es eure Liebe zu Mir gewesen, die euch dazu veranlaßt hat, diese Erde zu betreten. Diese Liebe zu Mir untersteht jedoch dem Prozeß der Entwicklung, die in drei Schritten eingeteilt werden kann. Die Überwindung der Ichliebe aus dem Körperlichen heraus, der sich in die äußerlichen Erscheinungsformen verliert, wie dies durch Adam und Eva nach dem Fall ersichtlich wurde, die, als sie aus dem Paradies ihrer körperlichen Unschuld, also ihrer körperlichen Unversehrtheit, herausfielen, dann den Weg der Krankheiten und aller möglichen Leiden ins Fleisch gebahnt haben. Hier steht noch die arme und notleidende Menschheit und derentwegen seid ihr Mir ja auch den beschwerlichen Weg ins Fleisch nachgefolgt, um diesen Menschen eine so dringend benötigte Aufklärung und Liebe zu bringen. Doch als ihr zweitens diesen Weg des Fleisches gegangen seid, um Hilfe zu leisten, da wurdet ihr empfindlich geschlagen und verletzt, denn die so angeblich notleidende Menschheit wollte und will von euch nichts wissen. Da ihr zum großen Teil aus den Planetar- und Sonnengebieten stammt, war es euch auch nicht bewußt, wie wenig Möglichkeiten und Kraft ihr selbst besitzt, um hier auf dieser Erde in der wahren Liebe tätig zu sein, und so mußtet ihr notwendigerweise ebenso fallen und ins Gericht kommen, wie es jenen geschieht, die sich hier aus dem Stamm der Erde entwickeln. Dort, von woher ihr stammt, gibt es diese für euch unglaubliche Fülle und Verschiedenheit in allen möglichen Anschauungen nicht, und ihr seid deswegen hoffnungslos überfordert und müßt an euch erst noch diese luziferische Verstandesliebe überwinden, um tatsächlich wirksam helfen zu können. Nun seid ihr also dabei, den zweiten Zustand wieder zurückzuerobern, jenen Zustand, in welchem ihr einstmals ausgezogen seid, um den armen Geschwistern zu helfen.

  12. Aber ihr seht ja auch am Beispiele Robert Blums, wie wenig Ersprießliches dabei herausschaut, wenn man pur in seinem eigenem Verständnis bleibt und das Erbe Luzifers für höher hält als es Mein Erbe ist. Ebenso erging es ja auch Martin Luther, der mit besten Absichten für die Einheit des Glaubens kämpfte und doch die Spaltung in der Liebe erleben mußte, deshalb, weil er und all die anderen die Lehre für weitaus höher als die Nächstenliebe betrachtet haben. Ihnen war nicht bewußt, daß eine Lehre ohne Nächstenliebe nur die Weltsicht Luzifers bestätigt, der sein Wissen über die Liebe stellt. So war der lange Dreißigjährige Krieg unausweichlich, und ebenso war und ist auch für euch der lange Krieg mit den Euren unausweichlich, denn der Mensch kann nicht von der Lehre allein leben, sondern die Nächstenliebe ist es, die ihn am Leben erhält.

  13. Die Liebe als Nächstenliebe muß genauso entwicklungsfähig sein, wie es die Liebe ist, die euch mit Mir verbindet, denn der Nächste für euch bin Ich, und weil Ich als Vater aller Menschen dann auch alle innigst liebe, so liebt ihr, wenn ihr Mich denn lieb habt, auch schon euren Nächsten. Durch die Überwindung eurer fleischlichen Begierden habt ihr also euer Paradies zurückerobert, aber noch fehlt euch die Möglichkeit, dieses euer Paradies auch dem Nächsten in all der Liebe deutlich zu machen, dessentwegen ihr hier seid. Die Erdenkinder werden sich von euch abwenden, wenn ihr sie bevormundet und ihnen Vorschriften macht, ohne selbst in dieser göttlichen Liebe zu sein, die ihr von ihnen fordert, denn wie ihr sehen konntet, ist euer luziferischer Zustand ja auch um nichts weniger sexualisiert als es der Zustand der adamitischen Kindlein ist, und von daher konnten Adam und Eva fallen, weil es von vornherein in ihnen enthalten war.

  14. Darum reicht also der erste Schritt der Überwindung des adamitischen Zustandes auch nicht aus, um hier auf dieser Erde, dem Kleinod der Schöpfung, auch das Kleinod der Schöpfung zu erkennen, denn das könnt ihr nur, wenn ihr in euch genügend Meiner Liebe entwickelt habt. Ob ihr im zweiten Schritt genügend Meiner Liebe für euch und andere nutzbar machen könnt, könnt ihr deshalb an der Beziehung zu euren Mitmenschen sehen, ob es euch also gelingt, euer Paradies in Mir ihnen auch verständlich machen zu können. Ja, im zweiten Stadium befindet ihr euch, und somit solltet ihr alles ertragen, was Ich euch zuführe und solltet deshalb den Menschen nicht ausweichen oder gar vom Zustand eins sogleich in den dritten Zustand springen, denn dann verliert ihr erst recht eure geistige Gesundheit, sondern ihr sollt durchhalten, Ihr sollt in eurer Familie durchhalten und sollt auch in der Berufswelt durchhalten, und ihr sollt, wie gesagt, nicht wieder zurück in die Tierwelt flüchten, denn wenn ihr so handelt, dann stellt ihr die Menschen- und diejenigen, die sich den Tieren zuwenden, stellen sogar diese Tiere höher als Mich und die altbekannte Sexualisierung stellt sich von neuem ein. Euer Paradies, daß ihr mit Mir eine Verbindung hergestellt habt, wird euch wieder genommen werden, bzw. ihr selbst verlaßt es, weil ihr an den Menschen und damit an Mir hadert.

  15. Wenn ihr in diesem zweiten Stadium eure Mitmenschen noch so fremd seht, daß sie euch beleidigen und verletzen können, dann habt ihr Mich noch unter sie gestellt, und ihr steht dann selbst noch über Mir, und weil Meine göttliche Kraft in dieser Stellung nicht für euch tätig sein kann, so fallt ihr aus eurem Paradies heraus. Dieses Stadium benenne Ich den "Luziferkonflikt" eures Bewußtseins. Ihr habt die Wahl, ob ihr den Kopfbereich des luziferisch geprägten Menschen verlassen wollt oder ob ihr, den Hals noch voll von allen schlimmen Erfahrungen, euch dann nur wieder im Denken und Träumen verliert und die nötige Entwicklung der Liebe in der Gegenwart vermeidet. Bedenkt also, daß wer Mich wirklich liebt, diese Liebe ohne Probleme auch den Mitmenschen zeigen kann und deshalb auch deren Herz erreicht. Im Luziferkonflikt hilft euch einzig die Hinwendung zu Mir als eurem Vater Jesus, dieses zweite Stadium zu überwinden. Habt ihr Mich wirklich als Vater erkannt, dann habt ihr automatisch eure Brüder und Schwestern gefunden, dann seid ihr nicht mehr allein und Mein Geist kann euch tragen, und ihr könnt dann alles ertragen was euch geschieht, und ihr befindet euch dann schon sehr nahe dem dritten Zustand, dort, wo zum Beispiel Paulus und die anderen Jünger wirkten. Sie haben alle drei Phasen der Bewußtwerdung durchlaufen und standen darum nicht in der Gefahr, die Gesundheit ihrer Seele aufs Spiel zu setzen, doch bei einigen von euch sieht es gegenwärtig sehr bedenklich aus, denn ihr seid dabei, den zweiten Zustand der Nächstenliebe zu überspringen, und ohne, daß ihr eure Liebe zu Mir an euren Nächsten erfüllt sehen könnt, - sie bei ihnen also nicht bestätigen könnt, um das Wunderbare der Verwandlung und Veredlung dieser euch nahestehenden Menschenherzen zu erleben, - wollt ihr euch gleich in die Welt stürzen. Doch dort werdet ihr nur abstürzen und verletzt und verletzt nur wieder andere, wie es beinahe noch allen ergangen ist, die auszogen, auf ihre eigene Rechnung der Menschheit die Liebe zu bringen und die dann kläglich gescheitert sind.

  16. Um aus dem zweiten Stadium der Liebe in den dritten Zustand der Bewußtwerdung zu gelangen, darf man keine Wiedergutmachung dafür verlangen, was andere einem angetan haben, sondern sollte selbst alles tun, um die früheren Verletzungen gegenüber anderen in der Liebe wieder gutzumachen. Auch das könnt ihr an Paulus und besonders auch an Lamech in der Tiefe beobachten, und es wäre gut, wenn ihr euch im Kleinen daran ein Beispiel nehmen würdet. Euer Auftrag auf dieser Erde ist erfüllt, wenn ihr im zweiten Zustand durchhaltet und damit den Erdenkindlein ein gutes Beispiel in der Liebe seid. Was dann noch für den weiteren Ausbildungsweg möglich ist, das werdet ihr sodann mit Mir zusammen erleben.

Amen. Amen. Amen.