Den Geist in euch fühlen

 Sonntag, 5. September 2010 6:00 Uhr M

Den Geist in euch fühlen

  1. Ja, Meine lieben Kinder, so ist das, wenn ihr das Göttliche in euch beleben wollt, dann müßt ihr diese göttliche Liebe in euch auch hegen und pflegen, und das bedeutet, daß ihr euer Herzlein ähnlich eines Kräutergartens gar sorgsam betreuen sollt, damit nicht der Lebensfeind, der sich aus den Begierden des Fleisches und der Seele nährt, euch den Garten zerstört und ihn durch sein Unkraut unbrauchbar macht. Wie solche Zerstörung eures Herzens geschieht, das habt ihr durchaus erlebt, und nun wißt ihr sogar, wie und warum solches geschieht und geschah: Damit in euch der göttliche Lebenskeim zur Entfaltung kommen kann, müßt ihr zwischen die Pole der Versuchung und der Treue zu Mir gestellt werden.

  2. Habt ihr Mich endlich erkannt und vermögt ihr es, nun auch treu gegenüber Mir zu sein, so seid ihr damit auch schon treu gegenüber eurem göttlichen Geist, und dieser kann sich in euch entwickeln bis zur Reife, allwo er eure Seele durchflutet und sich in der geistigen Neugeburt recht häuslich in euch einlebt. Aber bevor solches möglich ist, müßt ihr eben die besagten Stadien eures an der Materie haftenden Bewußtseins überwinden und müßt dafür Sorge tragen, daß sich euer Geist auch tatsächlich aus der behüteten Kammer über eure Seele ergießt, welcher Vorgang die eigentliche Geburt, die Geistige Wiedergeburt, bezeichnet, weil eure Herzenskammer der Gebärmutter darin ähnelt, indem sie den noch unreifen Fötus sicher in sich verwahrt, damit er nicht vorzeitig zur Speise der frühzeitig erwachten Triebe wird.

  3. Es wird zwar wohl nicht der Geistkeimling vernichtet werden können, denn dieser, da aus Meinem Geist, ist unzerstörbar, aber es wird dieser Keimling seine Kraft nicht entwickeln können, und die Seele, weil sie von Mir aus so eingerichtet ist, daß sie die Lebenskraft zu ihrer Vollendung benötigt, wird darüber über eine andere Energiequelle verfügen wollen und sich dieser auch bedienen. Die Seele saugt dann vermittelst des Nervengeistes diese Energie zum einen aus ihrem Körper, den sie doch zur Obhut bekommen hat und macht diesen dadurch krank, und zum anderen saugt sie die noch sehr unreife Liebe der Mitmenschen ab, weil sie sich ihnen wie ein höheres Wesen zeigt und sich im Prinzip so gebärdet, wie ihr es von den dekadenten römischen Kaisern her wißt, die, einem Caligula oder Nero gleich, für sich göttliche Rechte auf Kosten der ihnen anvertrauten Menschen reklamierten und dafür so ganz nebenbei sehr viele über die berüchtigte Klinge springen ließen.

  4. Also entweder kann Mein Liebesgeist den Keimling soweit gedeihen lassen, daß er den Boden des irdischen Herzens durchstößt und im Verlaufe des sich dann entwickelnden Lebens dann auch den Träger dieses Keimlings, euer Herz und damit auch euer Fleisch, verwandelt, weil eure Seele durch die Taten der Nächstenliebe die Mitmenschen erreicht und sie zu Brüdern und Schwestern wandelt, die dann, ebenso wie ihr selbst, an Mich als den einzig wahren und lebendigen Gott glauben und Ihn lieben, oder aber die Seele nimmt die mindere Kost der sexuellen und der luziferischen Liebe auf, wird dadurch zu einem Räuber und Betrüger ihres eigenen Geistes, weil sie die unreife Liebe der anderen raubt und ihren eigenen Geist dadurch betrügt, und ebenso betrügt sie auch ihre Nächsten, denen sie ja auch diese geistige Kost und Kraft aus Mir vorenthält. Das ist dann der besagte Ehebruch gegenüber ihrem Geist, und anstelle daß sich durch die Liebschaft des Geistes zur Seele ein höheres Sein entfalten kann, wird sich durch die Eigenmächtigkeit und Schwäche der von ihren Begierden beherrschten Seele nur wieder ein primitives, noch sehr tierisches Dasein ergeben.

  5. Wenn nun, wie bei euch mehrheitlich der Fall, dann aber die Einsicht und der Wille zur Umkehr erfolgt, so wird und kann dieser Prozeß aber nicht in einem Rutsch in der Weise geschehen, wie Ich es euch bei Mathael (Bd. 3 GEJ) und seinen vier Gefährten gezeigt habe, denn diese damaligen Verhältnisse gibt es nun nicht mehr, und ihr seid ja auch nicht in solch einem Grade besessen und zum barsten Teufel geworden, und somit muß Ich für euch, jedem seiner Fassung gemäß und doch auch wieder für alle in groben Zügen gleich, dafür sorgen, daß ihr zum einen die Erkenntnis über eure Zustände erhaltet und andererseits aber auch alle notwendigen Umstände von Mir gesetzt bekommt, damit ihr über diese Erkenntnis hinaus auch tatsächlich in der Liebe zum Nächsten handelnd tätig werdet. Anders geht es nicht, und deshalb hoppelt ihr mehr wie ein Häschen von links nach rechts, von oben nach unten, weder für euch noch für andere berechenbar, bis ihr soweit alle Gebiete und Fluchtgebiete eurer Seele abgelaufen seid und nirgends einen Halt für eure Seele finden möchtet, außer bei Mir.

  6. Ja und da stehet ihr nun, teilweise verängstigt wie ein Häschen, doch andererseits wieder mutig wie der Löwe und seid dabei, euer Leben besser zu ordnen, um es auch besser in den Griff zu kriegen. Nun wißt ihr mehr als eure Nächsten darum, wie die Fallstricke von Leib und Seele beschaffen sind und habt also eine Vorstellung davon, was Satan oder Luzifer bedeuten, weil ihr schon mehr der Liebe besitzt als eure Nebenleute ahnen oder glauben, doch wißt ihr noch immer nicht richtig, wie ihr mit dieser neuen Erkenntnis und dieser Liebe umgehen sollt. Daß ihr nicht mehr verurteilend tätig sein wollt, das haben euch die traurigen Erfahrungen gezeigt, wo ihr nur der Erkenntnis wegen in einem noch sehr lieblosen Zustand eure Ehen und familiären Beziehungen aufs Spiel gesetzt habt, um sodann, in einer zweiten Chance oder in einem erneuten Versuch, endlich einmal den Weg zu gehen, den Ich euch doch so ans Herz gelegt habe.

  7. Worauf will Ich hinweisen? Es ist nicht einfach für den Geistkeimling, sich in der Seele des Menschen mitzuteilen, denn die normal gestaltete Seele steht ja noch immer zwischen dem Pol Meiner Liebe und dem Pol der Versuchung, die Liebe des Körpers oder der Seele anzunehmen, und somit stehen also zwei Drittel der Versuchungskraft gegen diese geistige Ausrichtung auf Mich, und das macht es eurer Seele so schwer, sich für den Geist in ihr bereitzuhalten. Es gibt ja noch viele Bereiche in euch, wo ihr noch sehr dunkel und ängstlich seid, und dort kann der Geist für eure Seele noch nichts Brauchbares vermitteln, weil eure Seele einfach ob der Störmanöver ihrer Begierden nicht richtig zuhören kann.

  8. Das ist das besagte Häschen in euch, und andererseits habt ihr auch wieder Bereiche in eurer Seele, wo ihr Mich schon festhaltet und wo sich also auch euer Geist schon äußern kann, denn es ist so, daß Ich notwendigerweise geliebt sein muß, damit euer Geist da überhaupt die rechte Kraft entfalten kann, aber Ich doch sicherlich nicht Mich in euch anpreise und um Liebe bettle.

  9. Was ihr tut, solltet ihr schon freiwillig tun, damit ihr auch die freien Gestalter eures eigenen Lebens seid, und deshalb gibt es von Mir keinen Zwang, und deshalb sind auch solche aus dem Geist der Seele stammenden Kundgebungen also auch nur Eingebungen des Geistes gegenüber seiner Seele und sollten nicht mit einer göttlichen Diktion oder gar einem göttlichen Zwang verwechselt werden. Es ist euer Geist in eurer Seele, der sich letztlich mitteilt und handelt, jedoch beruft sich dieser Geist dennoch auf Mich, fußt auf Meiner Liebe und handelt also aus Meiner Liebe, und dennoch bleibt und ist es euer Geist, den ihr formt.

  10. Ich schenke euch Meinen Geist, und diesen Geist könnt ihr frei verwenden, wenn ihr in und aus eurer Seele ein Gefäß bereitet habt, welches diesen Geist auch halten kann, wenn ihr aus eurem Herzen euren Geist der Liebe und Nächstenliebe habt hinausströmen lassen in euren Seelenleib und euch damit zum Gefäß Meiner Liebe gestaltet. So wie der Nervengeist als die Substanz der luziferischen Begierde eure Seele durchströmen kann und diese und den Körper schädigt, wenn ihr diesen zwei gefallenen Stadien des Bewußtseins nachgebt, so kann allerdings auch Mein heiliger und euch also heilender Geist eure Seele durchströmen und diese Schäden korrigieren. Nun, das eine, diesen Durchfluß eurer nervlichen Begierden und Erregungen, kennt ihr, doch ihr sollt auch den Durchfluß und damit auch den Einfluß Meines Geistes in eurer Seele verspüren, und das gelingt euch erst, wenn ihr euer Kreuz willig annehmt.

  11. Einige von euch sind ja noch immer der irrigen Meinung als wenn Ich so aus purer Gnade durch ihre Seele flösse und sie Mich nur mehr gebetsmühlenartig dazu bewegen müßten, daß Ich, wie es einem Gott geziehmt, dann auch durch ihre Adern fließe und sie dann umwandele, doch das ist natürlich Unsinn und zeigt nur den Mangel an Verständnis und damit auch nur wieder die gewisse geistige Trägheit derjenigen Seele an, die noch allezeit gewohnt ist, es von anderen zu nehmen oder sich auch unverdientermaßen beschenken zu lassen und wenn es nicht anders geht, es sich einfach zu nehmen.

  12. Euer Geist muß schon durch die besagten Taten der Nächstenliebe hinreichend geweckt sein, sonst bewegt sich in euch rein gar nichts, und ihr nehmt dann aus Trotz nur wieder die schlechten und alten Angewohnheiten an. Ja, Ich sage euch hier sehr ernstlich, daß ihr durch den Mangel an Nächstenliebe, den Ich bei etlichen von euch erblicke, nicht zu diesen oder anderen Schriften greifen dürfet, denn nicht diese Schriften bewirken eure Heilung, sondern einzig eure Liebe und die daraus folgenden Taten sind die Früchte, welche eurem Geist bekommen und ihn in eurer Seele auch gedeihen lassen.

  13. Wie wollt ihr denn Meine Stimme in euch vernehmen oder jetzt etwas anders formuliert, damit ihr begreift, daß es allein eure Sache ist: also wie wollt ihr die Stimme eures Geistes hören, wenn ihr diesen euren Geist nicht durch solche nächstenliebenden Taten geweckt habt? Kann Ich Mich euch denn mitteilen, wenn ihr da wie ein Häschen rennt und flüchtet und könnt ihr Mich überhaupt hören und wer, der dann schon wie ein Löwe ist, würde aber Meine leise und zarte Stimme vernehmen und sich zum Lamm gestalten? Das ist nämlich noch auch diese alte Krankheit der Seele, die sich stets darüber bei Mir beschwert, daß sie Mich nicht vernähme und daß sie keine göttliche Kraft an sich verspüre.

  14. Ja, aber dafür kann Ich auch nichts, denn es handelt sich nicht darum, daß Ich in euch etwas bewirke oder bewirken möchte, sondern es handelt sich darum, daß ihr in euch bewirken sollt, daß Mein göttlicher Odem euch bewußt belebt und ihr aus dem in euch zu entwickelnden göttlichen Geist heraus tätig seid. Doch ohne diese liebevollen Taten dem Nächsten gegenüber kann sich euer Geist doch nicht entwickeln, und wie soll und kann Ich euch überhaupt durch eure verschiedenen Seelenzustände führen, wenn ihr keinen Versuch macht, durch die Bemühungen mit einem Nächsten, diese eure selbst noch brachliegenden Seelenlandschaften neu zu befruchten und mit Meinem göttlichen Geist zu gestalten?

  15. Dazu benötigt ihr Liebe, weil ihr dem Nächsten diese Liebe geben sollt. Doch wenn ihr nur wieder eine Liebe vom anderen erhalten wollt, ohne vorher von Mir die himmlische Liebe zu nehmen, dann seid ihr noch immer im alten Gewand des Sünders und Ehebrechers. Und weil ihr das nicht mehr wollt und euch von diesem Zustand abwendet und es ernstlich versucht, deshalb neige Ich Mich in der Seele eines Bruders euch entgegen, um aus dessen Seele zu sprechen. Aber eigentlich spricht der Geist der Seele aus dieser und teilt sich nach außen vernehmlich mit. Ich bin mit diesem Geist soweit eins, insoweit sich die Seele des Betreffenden darum bemüht, Meine Gebote zu halten, doch es kann sich in jeder Seele - und damit auch in dieser - auch wieder der luziferische Scheingeist einschleichen, und dann wäre es nur Luzifer, der sich mitteilt. Die Seele muß sich überhaupt erst ihres Geistes in ihr bewußt werden, sie muß die Kraft und die Lebendigkeit ihres Geistkeimlings fühlen und sich bewußt nach diesem richten. Die Seele, eure Seele, sollte in der Hinwendung zu Mir und von daher zu den Nächsten, in sich ihren lebendigen Geist spüren und sich bewußt, gegen alle Widerstände, mit diesem Geist soweit vermählen, bis die Seele mit ihrem Geist eins geworden ist.

  16. Darum solltet ihr auch alle Kundgebungen einer jeglichen Seele nach ihrer praktischen Tauglichkeit prüfen, denn nur an den Früchten werdet ihr den Unterschied bemerken, ob sich diese Seele auch nach ihrem Geist richtet, denn an Disteln sind nie Trauben zu finden, und darum müßt ihr obacht geben einer jeden Seele gegenüber, wenn sie sich da auf ihren Geist oder auf Mich beruft, denn die Gefahr, daß dort noch der Gegner umherschleicht, ist sehr groß. Das könnt ihr ja schon bei euch selbst bemerken, wie oft ihr noch immer fehlgeht. Freilich berufen sich solche unreifen Seelen viel lieber auf Mich als Gott und sprechen nicht von ihrem Geist, den sie noch gar nicht wahrnehmen, den sie durch ihre noch eigennützigen Taten nicht hinreichend ausgebildet haben. Wer sich nur auf Mich beruft, ohne daß er selbst die Hand an sich legen möchte, der ist noch lange nicht berufen, für Mich tätig zu sein, sondern er sollte vorerst das rechte Handeln erlernen, bevor er die rechten Worte aus Mir in sich findet. Bevor nicht das Herz durch die rechte Tat vorbereitet und geschmeidig geworden ist, kann auch nicht das rechte Wort aus dieser Seele Herz gelockt werden. Dann lockt nur der Scheingeist mit allen möglichen und unmöglichen Versprechungen, und da dieser Mensch noch nicht den Geist in sich fühlt, so spürt und fühlt er auch den Gegner nicht in sich, und dann hält er die Worte des Scheingeistes, die eigentlich nur eine nervliche Erregung sind, sogleich für die bare Münze. Auch darauf sollt ihr bei euch und anderen achten.

  17. Amen. Nächstens noch mehr darüber. Amen.



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