Das weltliche Urteil

Montag, 18. Juli 2011 19:50 Uhr M

Das weltliche Urteil

  1. Ja, ihr Lieben, wenn die Welt über euch den Stab gebrochen hat und ihr, weltlich betrachtet, verurteilt, gekreuzigt und gestorben seid, geht euch nur noch eines ab, damit ihr Meine wahren Nachfolger seid, und das ist, daß ihr dann auch die Auferstehung eines neuen Lebens an euch gewahr werdet. Dieses alte Leben soll freilich nicht mehr erstehen, denn das hat euch ja den weltlichen Tod gebracht und wozu wollet ihr im alten Gewande wieder den Euren erscheinen? Also muß ein neues Leben her, muß ein Geistleben her, muß eure Seele völlig erneuert und mit dem göttlichen Geist bekleidet werden.

  2. Wo ihr vorher ein mehr oder weniger zerrissenes und zerschlissenes Nervenkostüm getragen habt, sollt ihr im neuen Leben ein Geistkostüm erhalten, sollt ihr ein anderes Gewand tragen, sollte eure Seele aber nicht nur in ein geistiges Gewand gehüllt sein, sondern so wie euer vorheriger Nervengeist euren Körper durchzog wird dann ein neuer Geist aus Mir heraus eure Seele durchziehen und sie auch nach außen hin bekleiden. Diesmal ist es deshalb kein nervlich zerrissenes und Luzifer und Satan in euch hervorkehrendes Wesen, diesmal ist es der beständige Geist, der eure Seele durchweht und euch vor dem Fall und Abfall in diese zwei Zustände des alten Bewußtseins bewahrt, denn euer neues Ichgefühl, geboren unter dem Kreuz durch die beständige Hinwendung zu Mir und dem liebkindlichen Vertrauen des Kindes zum Vater, lebt aus dem Liebegeist Gottes heraus, den ihr dann als Vater eurer Seele erkannt und anerkannt habt.

  3. Der luziferische Mensch steht Mir schon eine Stufe näher, als es der adamitische sexuell gefallene Mensch ist, doch diesen euch nur zu gut bekannten luziferischen Zustand will Ich ja nicht mit der Demutskrone Meines Geistes krönen, sondern erst, wenn ihr diesen luziferischen Zustand durchs Kreuz überwunden habt, kann und werde Ich euch mit Meinem Geist krönen. Es wird in euch also vor allem der luziferische Mensch gekreuzigt, damit er aus der Ohnmacht seines Fleisches und seiner nervlichen Einbildungen zum wahren und wirklichen Gottesleben ersteht. Könnte es Mir denn gefallen, euch nur eurer Einbildung nach zu Meinem Nachfolger zu krönen, so daß ihr allein durch eure nervlichen Überreizungen bedingt glaubt und es für eine Tatsache halten möchtet, daß Ich euch also ohne Kreuz und Dornenkrone die Krone Meines Geistlebens schenke und euch mit Meinem geistigen Gewand bekleide, während ihr doch nur luziferisch seid, wo doch nur euer Nervengeist vibriert und wo ihr euch doch nur einer geraubten Liebe bedient, um euch zur Gottheit aufzuschwingen?

  4. Nein, Meine Kinder, da befinden sich die meisten von euch in einem großen Irrtum, halten an diesen nervlichen Illusionen fest und wollen unbedingt den Eindruck erwecken, als wenn sie schon geistig erweckt wären, aber das kann einfach nicht sein, denn ohne Kreuzigung, ohne weltlichen Tod und ohne diese Umwandlung eures Trotzes in die uneigennützige Nächstenliebe werdet ihr Meine Siegeskrone auch nicht erhalten und gibt es also auch keine Auferstehung. Sicherlich befinden sich auch etliche Meiner Kinder auf dem Kreuzesweg, denn sonst wären es ja auch nicht Meine Kinder, doch sind es nur äußerst wenige von euch, die fernab ihrer luziferischen Illusionen, die aus dem Fleisch aufgestiegen sind, da tatsächlich den Kreuzesweg durchhalten und die vorher auch das weltliche Urteil ohne Klage ausgehalten haben, doch die meisten von euch scheuen sich ja noch vor solch einem weltlichen Urteil und können die Unfähigkeitserklärung ihrer guten Seele nicht als das annehmen oder begreifen, was es der Wahrheit nach ist. Das weltliche Urteil bedeutet für euch doch nur, daß eurer luziferisch guten Seele dann endlich auch von Amts wegen bescheinigt wird, daß ihr eben keine guten Seelen mehr seid, daß ihr damit also aus der luziferischen Welt und ihren Forderungen und Bedingungen ausgegrenzt werdet, daß ihr die Befähigung zur Gestaltung der luziferischen Welt also verloren habt. Dieses Urteil entzieht euch doch nur die von Luzifer in euch selbst ausgestellte Befähigung zur Gestaltung eurer luziferischen Welt, einfach deswegen, weil ihr mit eurer guten Seele letztendlich gescheitert seid und keinen Beitrag mehr für diese Welt leisten wollt.

  5. Doch wenn gerade Meine Kinder von oben solch ein Urteil vermeiden wollen und sich erst recht die Fähigkeit zur Gestaltung ihrer luziferischen Welt in all diesen Kreisen und Wirkstätten Luzifers unbedingt verschaffen wollen, dann ist es mit dem Kreuzweg auch schon vorbei, bzw. er hat noch nicht einmal begonnen. Deshalb sind es nur sehr wenige, die diesen Fähigkeitsnachweis der luziferischen Welt ablehnen und von ihr ein Urteil bekommen, nach welchem sie auch schon als geisteskrank klassifiziert werden. Ja und erst dann beginnt der wirkliche Kreuzesweg, der auch schon für euch in die Jahre gehen wird, und erst danach beginnt die tatsächliche Kreuzigung in der Weise, daß ihr für alle eure guten Bemühungen und Taten eurer Art der Liebe und Nächstenliebe, die ja trotz alledem noch weltlich gewesen sind, in diesem eurem Weltensinne nach getötet werdet. Alles, was irgend weltlich geworden ist, wird durch die Kreuzigung wieder zurückverwandelt und aus eurem Fleisch und euren Nerven der Seele zurückgegeben, von woher es ursprünglich stammte. Jedesmal, wenn ihr in eurer guten Seele Lichtengel gewesen seid und damit also Luzifer, habt ihr eurer Seele einen Teil ihrer Grundlage entzogen und diese dadurch näher zu eurem Fleisch gezogen gemäß jener in den letzten Worten besprochenen Erregungszustände. Erst durch diese Art der Kreuzigung kann und wird diese Vermaterialisierung eurer Seele wieder rückgängig gemacht, und somit wird durchs Kreuz eure Seele geheilt.

  6. Aber Vorsicht, eure Seele wird nicht deswegen durchs Kreuz geheilt, weil ihr dieses Kreuz etwa lieben sollt oder lieben könnt, denn das wäre Unsinn, da dieses Kreuz ja nur Ausdruck der Rückverwandlung ist, sondern ihr werdet nur deshalb an eurer Seele geheilt, weil ihr Mich selbst am Kreuz über alles zu lieben vermöchtet. Das Kreuz für sich bedeutet nichts, doch Ich für euch, die ihr am Kreuze steht, bedeute alles! Ihr wollt doch sicherlich aus euren nervlichen Erregungszuständen frei kommen, und ihr wollt doch sicherlich nicht nur für euch, sondern auch für eure Nächsten die Konkretisierung Meiner Liebe über euren nervlichen Zustand hinaus erleben, denn ihr wollt doch Mein Leben als Tatsache und als Wahrheit auch für die Euren manifestieren! Ihr wollt doch nicht nur als Irrsinnige und Kranke bezeichnet und so von der Welt für bleibend abgestempelt werden, denn ihr wollt doch sicherlich auch die Realität eurer Liebe zu Mir und vor allem auch die Realität Meiner Liebe zu euch erleben!

  7. Dazu ist das Kreuz eben das Mittel, an welchem dieser Weg sichtbar wird und wo der eine wahre und wirkliche Liebesweg sichtbar wird, indem ihr den Kelch eben auf euch nehmt und das Kreuz mit euch, mit eurem Trotz, mit Luzifer in euch, mit den Taten eurer guten Seele, mit den Mustern eurer Nerven, mit den Erregungen eurer Nerven, den Erregungen der anderen. Ihr könnt dieses Kreuz nur deshalb durchstehen, weil ihr Mich über alles, also auch über dieses Kreuz hinaus, liebt. Am Kreuze allein ist deshalb nichts gelegen, doch an der Liebe zu Mir schon.

  8. Gut, nun sind es allezeit nur immer sehr wenige, die diesen Weg auch bis zuende durchhalten und die ihr Kreuz bis zur Schädelstätte, also bis nach Golgatha zum Kalvarienberg tragen. Warum also bis zur Schädelstätte? Freilich lagen auf solchen Kreuzigungsstätten der Römer auch die Schädel sehr finsterer Menschen, die grausam zu Tode gekommen denn auch schon kein Grab erhalten hatten und aufgrund der dort herumliegenden Schädel die Abschreckung und Abscheu der Menschen vor solchen Verbrechern auch noch erhöhten. So ist es auch kein Wunder, daß es allezeit nur wenige sind, die diesen Demutsweg durchhalten und die dieses Kreuz auch bis zu ihrem seelisch-nervlichen Ableben durchstehen, damit endlich einmal der innere Geist erstehen kann.

  9. Auch Meine damaligen Jünger mußten so etwas an sich erleben, denn mit Meiner Kreuzigung erlitten auch sie ihren Kreuzesweg, und als sie anschließend verachtet und verfolgt wurden, da ist auch an ihnen dieses weltliche Urteil vollzogen worden. Also trugen auch sie ihr Kreuz und deshalb erlebten sie zu Pfingsten auch ihre Auferstehung. Ja und immer wieder geht es einigen wenigen Getreuen Meiner Liebe so, daß sie diesen Weg zuende gehen und dort auf der Schädelstätte an ihrem Luziferismus vollständig absterben und somit auch schon ihren rein weltlichen Verstand verlieren, was in dieser Bezeichnung Schädelstätte und den herumliegenden Schädeln deutlich wird.

  10. Doch die meisten von euch, die Mir nachfolgen wollen und die sogar das weltliche Urteil angenommen haben, befinden sich noch immer auf ihrem Kreuzesweg und irren sozusagen herum, einfach weil sie ihren Zustand nicht bewußt erkennen und es auch nicht verstehen, was aus ihnen geworden ist. Sie sind noch wie unmündige Kinder, die durch die Welt zerbrochen wurden und die weder in der Welt noch sonstwo eine Zuflucht haben und die sich deswegen auf Mich berufen.

  11. Ja, ihr zerbrochenen Seelchen, ihr müßt da unbedingt auch aufwachen und es an euch gewahr werden, warum euch solches geschehen ist. Warum seid ihr an der Welt gescheitert, warum seid ihr an den Menschen gescheitert, warum seid ihr nervlich erkrankt? Seid ihr in eurer Vorstellung noch immer nur die Opfer, so kommt ihr aus dem Irrweg eures Kreuzweges auch nicht zur Schädelstätte, sondern ihr sucht nur überall Trost und menschliche Hilfe. Mir hat seinerzeit zwar der Simon aus Cyrene, also aus Syrien, geholfen, der sich Meiner erbarmte, aber eben nur, um mir etwas Luft zu verschaffen und nicht, um das Kreuz für Mich zu tragen, und so müßt ihr auch obacht geben, daß ihr nicht zu den Eurigen laufet, um von ihnen euer Kreuz tragen zu lassen, denn dann würde Luzifer in euch triumphieren und ihr gelanget nicht zur Schädelstätte.

  12. Nun, eigentlich jeder, der die Meine Liebe offenbarenden Werke liest, befindet sich auf einem Kreuzesweg, aber nur derjenige hält diesen Weg durch und nimmt das Urteil der Welt über sich an, der auch schon akzeptieren kann, was er selbst da alles falsch gemacht hat, und er kann sich dann auch nicht mehr mit seiner Unschuld herausreden. Daß Ich allerdings unschuldig bin, ist verständlich, denn sonst könnte Ich euch auch nicht die Kraft zur Überwindung des Kreuzes geben, aber ihr seid unmöglich unschuldig.

  13. Wem das trotz aller bisherigen Kundgaben nicht einleuchtet, der kann noch einmal seinen Werdegang anhand einer kleinen Schrift skizzieren, die Ich Meinen Getreuen in einer verdeckten Form zukommen ließ1, damit sich auch der Unmündige nicht an der zu frühen Aufdeckung Meiner väterlichen Liebe stößt. Doch wer da mehr an seiner Seele arbeiten möchte und wer auch seinen Kreuzesweg erfolgreich bis zur Auferstehung beschreiten möchte, der sollte unbedingt das Werk, das Ich Meinem bisher demütigsten Knecht Lorber gegeben habe, in allem Eifer und in allem Ernste durcharbeiten, und wer da etwa meint, dieses Werk sei für Anfänger gedacht, der stellt sich damit auch schon über Mich und hat also auch keine Möglichkeit, seinem Irrweg zu entkommen.

  14. Gerade in diesen Schriften weise Ich immer wieder auf die Wichtigkeit der Nächstenliebe hin, und ebenso auch darauf, daß wer Mich so recht felsenfest lieben möchte, er doch wohl auch wissen sollte, wer Ich so eigentlich bin und was Ich für Meine Kinder ausersehen habe. Doch wer Mich weder kennen noch lieben will, sondern wer nur seinen Verstand und sich selbst liebt, der wird diese hehre Arbeit scheuen und wird dann doch lieber alle anderen Romanschriften der Wolfs, Welkes, Triebfürsten usw. verkonsumieren, denn leichter ist es für eine noch sehr unreife Seele, sich dieser seichten und verführerischen Kost zu widmen, wo sie gleichsam beim Lesen schon glaubt, göttlich zu werden, als daß sie sich diese "Göttlichkeit" über die uneigennützige Nächstenliebe erarbeiten wollte.

  15. Dann gibt es für solche, noch sehr unreifen Kinder, sicherlich auch kein Entrinnen aus ihrem Irrsinnsweg, den sie mit dem Kreuzesweg verwechseln. Deshalb rede Ich hier auch eine deutliche Sprache, nicht um Meine Kinder zu verurteilen, sondern damit sie einmal aus der Nacht ihres Blendlichtes aufwachen und sich endlich einmal dazu durchringen können, tatsächlich zu Mir zu wollen und zu kommen.

  16. Ich bin bei euch, aber ihr müßt Mich auch erkennen wollen. Wenn ihr Mich lieb habt und das weltliche Urteil nicht scheut, dann bin Ich deutlich vernehmbar, doch scheut ihr noch dem weltlichen Urteile und wollet ihr dort noch eure nervlichen Erregungen betätigen, dann werdet ihr Mich nicht erkennen können, denn euer Verstand wird das nicht zulassen, denn er will die Stätte seiner Begierden nicht verlassen und will und wird Golgatha meiden.

Amen. Euer Vater. Amen.

1Siehe Heft Schmerzende Seele Nr. 5

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